fensterlogo



Poverenje, Poštenje, Pomirenje

Vertrauen, Versöhnung, Ehrlichkeit
nem srb
lev
nasl

DIE WORTE DES CHEF REDAKTEURS

GESTERN, HEUTE ...

Erinnerungen die verblassen-Wunden die verheilen des Gedenkkreuzes - Stjepan A. Seder
Gedenkansprache anlässlich der Enthüllung und Einweihung
des Gedenkkreuzes

Die Rede von Anamari Perusic
Die Ausstellung von Oskar Sommerfeld in Idija - Zoran Milošević
Schwimende Kunstwerke - Dr. Peter Binzberger
60jahriges Jubilaum - Slavoljub Novak
Der Verliebte - Stjepan A. Seder
Es wart einmal ein Dorf - Marta Ištvan
Das Kopftuch (vulgo: Kopptiechl)der Donauschwäbischen Frauen - Josef Lang
Hauptversammlung des Weltdachverbandes der Donauschwaben - Henriete Mojem

ARDI
Das Denkmal Helmuts Frischs - Stjepan A. Sederž
Die neuste serbische Historiographie über die Donauschwaben - mr. Zoran Janjetović
Die Gründe für die Kontroverse serbischer Standpunkte beim Vorschlag eine Werschetzer Spiegel oder ein Spiegel in Werschetz - Dragi Bugarčić
„Begründungen und Vergleiche zu widersprechenden
Einstellungen hinsichtlich der donauschwäbischen Tragödie aus
der Sicht intensiv gelebter Nachbarschaft“
- Stjepan A. Seder

WO SIND SIE; WAS MACHEN SIE
Interwuev mit die Frau Ernestina Ofenbach - Vizin - Vesela Laloš

HILFE DER HEIMAT

Das Brief von Hern Lahr

DIE GESCHICHTSSCHREIBUNG
Zum Anlaß der Wiederanerkennung des Mindeheitsstaus`
der Deutschen in Serbien
- Prof dr. Zoran Žiletić
Das „Adam Berenc“ Zentrum als Schatzkammer des deutschen
Kulturerbes in Serbien
- Boris Mašić
Die deutsche Wörter in der serbische Sprache - Stjepan A. Sede

DIE ERINERUNGEN
Auf Wiedersehen für immer Egon - Stjepan A. Sede
Parte
Der erfolgreichste Boxer im Ring aus Mitrowitz - Nedeljko Terzić

LESEN SIE DURCH
HAIKU - Mtias Molzer


des

Das Wort des Redakteurs
lev

FENSTER, die Zeitschrift für Kultur und Miteinanderleben Deutscher in Vojvodina, die unter dem Motto VERTRAUEN, VERSÖHNEN, RÜCKSICHT erscheint, beendet das sechste Jahr ihres Bestehens. In ihrem sechsjährigen Bestand wurden bislang acht Ausgaben veröffentlicht. Dies ist eine geringe Zahl im Gegensatz zum ursprünglich geplanten Erscheinungsrhytmus: vor Ostern, im September und vor Weihnachten. Das hier ist erst die erste Ausgabe im Jahr 2008 die nur als Internetausgabe erscheinen wird.
Der Verleg der deutschen Vereinigung für gutnachbarliche Verhältnisse KARLOWITZ ist keine profitable Organisation und als solche ist sie von der Unterstützung des Staates abhängig, der nicht gerade der reichste ist. Eine weitere Geldquelle steht dem Verleg nicht zur Verfügung und er findet auch keine Unterstützung bei andern Geldgebern. Das ist etwas verwunderlich betrachtet man die Tatsache, dass die Zeitschrift für ihre Texte, Programme, Forschungsaktivitäten und Stellungnahmen nur Lob bekommen hat. Positive Kritik bekam sie auch von Seiten verschiedener Institutionen die in ihrem Wirkungs- und Arbeitsbereich Projekte ähnlicher Art haben, die sie durch materielle Unterstützung fördern. Doch es blieb nur bei dem Lob.
Aber das ist zu diesem Zeitpunkt auch nicht das Hauptthema. Das Wichtigste in diesem Moment ist, dass die Redaktion dieses Projekt bis zum Ende realisieren möchte. Die Zeitschschrift hat es geschafft sich einen Namen bei der deutschnationalen Gemeinschaft zu machen, aber auch bei Angehörigen anderer Gemeinschaften in Vojvidina. Deswegen sollte man auch auf die Leser Rücksicht nehmen, die kein Deutsch sprechen oder verstehen können und die Zeitschrift zweisprachig (deutsch und serbisch) herausgeben. So würde auch denen die die deutsche Sprache nicht beherschen ermöglicht werden die Zeitschrift zu lesen. Deswegen wird ab dieser Ausgabe die Zeitschrift FENSTER zweisprachig erscheinen. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir im gewissen Maße dadurch gehandicapt sind, dass diese Ausgabe nur im Internet erscheinen wird, weil das Internet in unserem Land noch kein weitverbreitetes Massenkommunikationsmittel darstellt. Aber wir hatten leider keine andere Wahl, denn wir konnten uns nur zwischen der Internetausgabe und gar keiner Ausgabe entscheiden.
Wir haben uns am Ende doch für das Internet entschieden weil wir so wenigstens einer guten Anzahl von Lesern ermöglichen können diese Ausgabe zu lesen. Wir erhoffen uns aber auch durch das Internet neue Leser für uns gewinnen zu können. Die Internetausgabe macht es auch möglich, dass wir diesmal mehr Bilder veröffentlichen können, was wir auch tun weden.
Die gedruckte Ausgabe ist zusätzlich teurer weil auch Exeplare neben Europa (Österreich, Deutschland, Kroatien, Ungarn, Chechien ....) an Leser die in Kanada, USA, Brasilien, Argentinien und Australien wohnen verschickt werden. Teurer wird die gedruckte Ausgabe durch die zusätzlich entstehenden Versandkosten von 500 Euro für die 400 aus erster Hand verschickten Exemplare. Diese Versandkosten fallen bei der Internetausgabe weg.
Wir hoffen dass in der Zukunft bestimmte Institutionen die für die Informationstätigkeit überhaupt und auch für die Informationstätigkeit nationaler Gemeinschaften zuständig sind mehr Gehör für dieses und jedes andere aufschlussbringende Projekt finden werden und solche Projekte unterstützen und fördern werden.

des

Erinnerungen die verblassen-Wunden die verheilen

Langsam tropft der trübe, kalte Herbstregen auf die Kleidung und Gesichter von über tausend Anwesender, die gesenkten Kopfes und stillschweigend, begleitet von den Klängen des Todesmarsches, den ehemaligen Gefangenen des Gefangenenlagers SVILARA in der Syrmischen Mitrovitz gedenken. All diese Gefangenen starben in dem Gefangenenlager in den Nachkriegsjahren von August 1945 bis Mai 1947 an Kra++nkheit, Hunger oder Kälte. SVILARA ist nur noch eins der zahlreichen Gefangenenlager in Vojvodina, in dem Bürger deutschnationaler Indentität des ehemaligen Jugoslavien gefangengehalten wurden und wo auch viele von ihnen den Tod fanden.

caca

Der Weltbund der Donauschwaben hat, durch das uneigennützige Engagement seines Fizepresidenten Hans Supritz, auf dem katholischen Friedhof noch ein Denkmahl erhoben, zu Gedenken derer, die dem menschlichen Unverständnis und der menschlichen Intolleranz zum Opfer fielen. Dies geschah in der Hoffnung, dass wir unsere Lektion aus der Vergangenheit gelernt haben und dass sich so etwas nie wieder wiederholen wird.
Das Gefangenenlager SVILARA war ein Lager wo Bürger deuschnationaler Indentität gefangen gehalten wurden. Diese Bürger stammen aus Syrmien-Syrmische Mitrowitz, Inđija, Ruma, Syrmisch-Karlowitz, Semlin und anderen Dörfern in der Umgebung, und es waren nicht wenige. Von über 10.000 Gefangenen fanden über 2.000 hier den Tod. Bei vielen der Gefangenen kennt man nicht mal den Ort der Begrabung. Auf manchen Gräbern stehen heute Gebäude und nur wenige bekamen ein Grabmahl.
Zwischen den Anwesenden befinden sind auch ehemalige Gefangene, die sich schmerzlich an die Tage voller Leid erinnern und den Anderen die qalvollen Erfahrungen aus dieser Gefangenschaft schildern. Trotzdem hört man bei allen am Ende die Worte : ,,Gott sei Dank, ich habe überlebt.“
Auch Deutsche sind anwesend, die im ehemaligen Jugoslavien geboren wurden und ihre Heimat nur noch in ferner Erinnerung haben, sei es in schlechter oder in guter. Zwischen den Anwesenden sind Menschen aus Vojvodina, sowohl Deutsche als auch Serben. Sie unterscheiden sich nicht voneinander und sie sind alle aus dem selben Grund da. Den Grund beschrieb am besten Hans Supritz als er sagte: ,,Was wir heute in Mitrowitz erleben ist mehr als nur ein Lichtblick am Horizont der Versöhnung. Wir erleben das alles hier wahrhaftig, wenn unsere Landsleute in die alte Heimat fahren. Dabei stellen wir fest, dass beide Seiten ehrlich und offen drum bemüht sind, die alten Wunden der Vergangenheit zu heilen und sich über die Gräber gegenseitig die Hand der Versöhnung reichen, um so Freundschaften der Zukunft zu schließen.“
Ich wage mich sogar zu behaupten, dass aus so einem tragischen Ereignis, das keine donauschwäbische Familie unberührt ließ, ein starker Wunsch geboren wurde, unseren Kindern und Enkeln ein friedliches Miteinander ermöglichen zu können, das sich durch den Weg zu einem friedlichen Europa aller Völker manfestiert.
Hoffen wir, dass wir die Worte von Hans Supritz erkennen und der Jüngeren Generation wortwörtlich übermitteln werden können, und dass diese junge Generation fähig sein wird, diese Worte in die Tat umzusetzen.

 



Gedenkansprache anlässlich der Enthüllung und Einweihung den Gedenkkreuzes
lev

Sehr gehrte Bürger der Gemeinde
Mitrovica,
liebe donauschwäbische Landsleute und Freunde aus nah und fern, mit denen wir gemeinsam gute und schlimme Zeiten verbracht haben,
liebe Gäste,

wir sind heute, hier auf dem Friedhof in Mitrovica/Mitrowitz, an diesem würdigen und schönen Mahnmal, zusammengekommen um es zum gedenken an unsere, Toten zu enthüllen und einzuweihen. Danach wollen wir es in die Obhut der christlichen Bevölkerung in Mitrovica übergeben, als Zeichen unseres Vertrauens und dem festen Willen der dauerhaften Aussöhnung unserer beiden Völker.

Das, woran wir heute hier in Mitrovica erinnert und gemahnt werden, erfüllt uns auch 60 Jahren nach Flucht, Vertreibung und Internierung mit Schmerz und Trauer.
Trauer heißt hier, Schmerz empfinden, im getrennt worden zu sein, durch den Tod.

Dieser Schmerz ist besonders groß, wenn jemand nicht eines natürlichen Todes stirbt, sondern durch Gewalt und Entbehrungen ums Leben kommt. Trauern - das heißt, eine bittere Wirklichkeit annehmen und mit ihr leben lernen und das nun schon, wie gesagt, seit vielen Jahrzehnten.

Stilles Gedenken, sagt man, bedarf keiner großen Reden, dies ist auch heute hier an diesem symbolischen Grabhügel mit seinem weit sichtbaren Kreuz, dem Zeichen des Leides und Erlösung zugleich, angebracht.
In sich gekehrt sehen wir heute im Geiste wieder jene Männer und Frauen, die in den Herbstwochen 1944 von entmenschten, mit Rache und Hass erfüllten düsteren und grauen Gestalten, abgeholt wurden und nie wider zurückkehrten.
Viele von ihnen haben irgendwo, wo nie ein Grabhügel oder ein Kreuz ihre letzte Ruhestätte angezeigt hat, ihren letzten Atem ausgehaucht.
Wer zählt sie all die vielen Toten Frauen, Mütter, Kinder und Greise, derer wir heute hier in Mitrovica/Mitrowitz gedenken? Wohl niemand mehr, es sind viel zu viele, es sind über 50.000 die zu beklagen sind!

spomenik_mitrovica

Angesichts dieser so großen Tragik ihres Schicksals ist für die Donauschwaben auch dieses heutige Gedenken hier in Mitrovica/Mitrowitz, ein besonders trauriges Totengedenken.
Wir stellen uns immer wieder die Frage
warum, ja warum mussten diese wehrlosen Menschen auch noch lange nach Kriegsende hier im Lager sterben?
Was haben sie getan, was ein solches Vorgehen rechtfertigt?
Manchem von uns kommt es heute noch vor, als würde Weh und Schmerz über ihm zusammenbrechen, er kommt nicht los von dem erlittenen Schmerz. Was geschehen ist, auf beiden Seiten geschehen ist, lässt sich in nachhinein aber nicht mehr ungeschehen machen.
Was uns bleibt, ist die Hoffnung für nachkommende Generationen auf Versöhnung und dazu soll auch dieses Mahnmal hier in Mitrovica sein Signal aussenden!
Die hoffnungsvollen Ereignisse der letzten Jahre in unserer alten Heimat, zuerst in Krndija/Kroatien, dann in Knicanin/Rudolfsgnad, in Kikinda, Gakovo/Gakowa, Krusevlje/Kruschiwl und heute hier in Mitrovica/Mitrowitz, und nächstes Jahr vielleicht in Backi Jarak/Jarek, haben es ermöglicht und machen es möglich, dass wir nach 6 Jahrzehnten unseren Toten würdige Gedenkstätten errichten können. Dies ist unsere Aufgabe und christliche Pflicht zugleich unsere Toten nicht zu vergessen!.

Die offenen und freundschaftlichen Gespräche mit den Bürgern, Politikern und Kommunalen Stellen in den ehemaligen Heimatorten in der Batschka, im Banat und Syrmien, tragen schon längst Früchte.
Die Bereitschaft, die leidvolle Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten ist sehr groß. Dies braucht aber Zeit und Geduld, wenn man bedenkt, dass über unser Schicksal, das 1944 durch ein Unrecht in Gang gesetzt wurde, in unserer alten Heimat nicht nur nicht gesprochen wurde, sondern in den Schulbüchern auch nicht behandelt wurde.
Was wir auch heute hier in Mitrovica/Mitrowitz erleben, ist jetzt schon mehr als nur ein anfänglicher Hoffnungsschimmer am Horizont der Versöhnung.
Wir erleben es ganz konkret, wenn unsere Landsleute in die alte Heimat fahren, und wir dabei feststellen, dass beide Seiten ehrlich und offen bemüht sind die Wunden der Vergangenheit zu heilen, sich über den Gräbern die Hände zu reichen und Freundschaften für die Zukunft zu schließen.
Ich wage zu behaupten, dass aus dem furchtbaren Geschehen, das fast jede Donauschwäbische Familie schmerzlich betraf, ein starker Wille zum friedlichen Nebeneinander für die Zukunft der Kinder und Kindeskinder gewachsen ist, der sich im vorgezeichneten und nicht umkehrbaren Weg nach einem friedlichen Europa aller Völker manifestiert.
Es ist uns also gemeinsam gelungen, den Teufelskreis von Schuld und Gegenschuld aufzubrechen und uns für eine versöhnte Welt der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens einzusetzen.
Auf diesem Weg wollen wir die Bürger Serbiens und Ihre Regierung gerne auch weiterhin unterstützend begleiten. Der Weg, auf dem wir schon ein beachtliches Stück gemeinsam zurückgelegt haben, Zeigt in die Richtung eines friedvollen Nebeneinanders, damit, wie gesagt, unsere Kinder und Kindeskinder in guter Nachbarschaft ihre Zukunft ohne Angst und Hass gestalten können.

In diesem Sinne grüßen wir sie alle, die uns einmal nahe standen, die wir kannten und, wenn wir anschließend zu ihrem Gedenken Kränze niederlegen, dann rufen wir ihnen in aller Stille zu:

”Wir vergessen euch nicht!”
„Wir werden Euch immer in unseren Herzen tragen“

Und, wenn wir heute den Bürgern von Sremska Mitrovica und unseren Freunden hier auf Widersehen sagen, dann ist dies auch mit dem Wunsch eines baldigen Wiedersehens verbunden!
Ich bedanke mich für Ihre Geduld und Aufmerksamkeit.

des

Anemari Purešić
lev
Govor Anemari Purešić rođena na Fišerovom salašu 1949. godine u Rumi. Majka Švabica, otac Srbin S. Mitrovica 20. Sept. 2008.

Sehr Geehrte Gäste,

Das traurige schicksal eines Deutschen Mädchens, der 3 – jährigen Helga Isemann, und ihrer familie, aus den heutigen Srem (Früher Syrmien), ist ein tragisches beispiel einer zeit, in der die historichen umstände den „kleinen“ leuten grosses leid zugefügt haben.
Die würde des einzelnen menschen, egal welcher nation, welcher überzeugung oder welcher religion darf nicht uerletzt werden. Und damals wurde sie mit füssen getreten. Es ist unannehmbar, wenn das schlinnste die kinder trifft, die ganz sicher den schuldlosen teil der menschheit repräsentieren. Das leben eines kindes ist so wertvoll, das es als heilig angesehen werden, und un jeden preis geschützt werden sollte! Kein politisches bestreben oder uerfolgen egal welchen zieles, darf auf kosten eines kindes geschehen. Müge Helga’s kleines monument uns zur ständigigen erinnerung dafür werden, dass die würde des menschen unantastbar ist, egal wie sich die geschichte entwickelt. Jeder von uns sollte dazu beitragen, dass sich so etwas nie und nien ehr wiederholt. Bei all den tragischen dingen gibt es, gott sei dank, auch noch er freuliches zu sagen: Es gibt menschen, denen, uhne betruffen zu sein, das tragische schicksal der vielen menshen die unschuldig umgekunnen sind, das herz berührt, so wie Jovica Stević er hat das grab der kleinen Helga ent deckt, und wir sind ihn dankbar für alles was er daraufhin getan hat.

spomenik
svilara


des

Die Ausstellung von Oskar Sommerfeld in Iđija
lev


Mitte 2006 stieß ich durch ungewöhnliche Umstände auf bestimmtes Material, das mein weiteres Intresse erweckte. Dieses immer sich steigernde Intresse drang nahe zu danach auf gewissermaßen imperativische Art gestillt zu werden. Nun musste ich das was ich sagen wir mal “rein zufällig“ angefangen hatte auch zu Ende bringen und in die Tat umsetzen.
Während ich nach Informationen über die serbisch-orhodoxe Kirche suchte, die ich als Religionslehrer am Gymnasium in Inđija, für einen Vortrag benötigte, schlug ich jedes mal im Buch ,,Bedeutende Persönlichkeiten aus Inđija“ die selbe Seite auf - Oskar Sommerfel. Falls dies eine versteckte Botschaft des großen Künstlers sein sollte, sah es wohl so aus als hätte ich sie verstanden. Während der weiteren Forschungen

Zomerfeld3

stellte sich heraus, dass der erste akademische Künstler aus inđija (geboren auf dem Gut ,,Mein Wille“ 1885,Vater Aleksander und Mutter Katarine geb.Petrović) nie sein künstlerisches Werk dem Publikum seiner alten Heimat vorgestellt hat. Das war nur eine der vielen Ungerechtigkeiten, die den Donauschwaben auf dem Boden den sie einst mit anderen Völkern aus Vojvodina teilten wiederfahren ist. Daraufhin krämpelte ich die Ärmel hoch, nahm das Telefon in die Hand, rief meine Mitarbeiter an und nahm diese Herausforderung an, die lautete
DIE AUSSTELLUNG DES ERSTEN AKADEMISCHEN KÜNSTLER AUS INĐIJA-OSKAR SOMMERFELD
Jetzt, einen Monat nach dem wundervollen, gelungenen und zahlreich besuchten Ereignis vom hochen künstlerischen Niveau, blicke ich zurück, schaue mich um und stelle fest, dass ich mich an dieses Erlebnis als eine lohnende Erfahrung erinnern werde. Dank der unterstützenden Hilfe von Menschen, die großes Verständnis für die Realisation dieser Idee zeigten fand am Freitag den 10.Oktober 2008 in der Galerie des Hauses von Vojnović in Inđija um 19h die Eröffnung der Ausstellung von Zeichnungen und Bildern des Österreichischen in Inđia geborenen Künstlers Oskar Sommerfeld statt. Nicht alle Gäste haben es geschafft an diesem Abend die paar begleitenden für dieses Ereignis bestimmten Sätze zu hören.
Ebenfalls konnten auch nicht alle an der Eröffnungszeremonie teilnehmen.
Was ein Gedränge!!!! Was ein Lob für Oskar!
Die deutsche Minderheit, mit ihren jeweiligen Vertretern aus der Syrmischen Mitrowitz, Syrmisch-Karlowitz,Ruma, Belgrad, Indija .... der Vertreter der deutschen Botschaft, einige hoche Geistige der serbisch-orthodoxen Kirche, die Medien, Arbeiter aus dem Bereich der Kultur , Politiker.... alle waren gekommen und standen nun da umringt von Oskars Werken, die den Kult der Arbeit feiern, die den leichtsüßen Krampf im Gesicht des blonden paors im Kampf mit der vor ihm stehenden Fluder enthüllen und die Atmosphäre eines Sonntagsnachmittags auf dem Felde vermitteln.Werke die die Liebe zu Syrmien und zu Menschen erwecken.
Seit dem fatalen Morgen des Jahres 1973, als Oskar nicht von seiner regelmäßigen Radtour zurückkehrte (im 88. Lebensjahr), und sein Weltliches Atelier in den Himmel, wovon ich fest überzeugt bin, verlegte, sind 35 Jahre vergangen . Das Publikum und nicht nur das aus Inđija hat während der zehntägigen Ausstellung 35 Bilder gesehen. Kustos zählt mehr als 700 Besucher und über 150 Besucher nur bei der Eröffnung. Wir erhielten Lob von dem Gebietssekretariat für Kultur und von Sponsoren des Projekts, von Herr Bradić dem akutuellen Kulturminister und den Vertretern der deutschen und österreichischen Botschaft , von Oskars Sohn Alexander dessen Frau Hajdi und Cousine Edita Hemerle. Man lobte, dass er uns nach so vielen Jahren an diesem Abend wieder versammelt hat. Oskar, natürlich. Offensichtlich ist das wieder möglich wie einst. Auf diesem Wege möchte ich dem Malerbund in Inđija danken, und allen Anderen, die durch ihre Miterbeit zur Realisation dieses kulturellen Ereignisses beigetragen haben.

OSKAR SOMMERFELD LEBT UNS DURCH SEINE BILDER, SO SOLL ES AUCH BLEIBEN

Zomerfeld1 Zomerfeld2

des
Schwimmende kunstwerke
lev

Dr. Peter Binzberger

Ein Talent reift in der Stille, ein Charakter im Strome der Zeit“. Bei wem, wenn nicht beim Banater Ivan Trtanj träfe diese weise Erkenntnis des Dichterfürsten Wolfgang von Goethe zu?
Keine Frage! Denn Niemand hätte 1945 an der Wiege des kleinen Ivan in Groß-Betschkerek (dem heutigen Zrenjanin,Vojvodina/Serbien) vorhersehen können, dass 50 Jahre später dem künstlerischen Schaffen Ivan Trtanj´s hohe Anerkennung und Bewunderung entgegen gebracht wird.
In der harten Nachkriegzeit konnten die Eltern ihrem Sohne Ivan lediglich eine liebevolle, jedoch äußerst bescheidene Fürsorge angedeihen lassen. Die Knabenjahre verbrachte er beim Onkel auf einem Salasch (Einsiedlerhof) unweit der Theiß, um sich satt essen zu können. Dadurch war der regelmäßige Grundschulbesuch beeinträchtigt. Nach mehrfachem Wechsel, beendete er mit 18 Jahren die Berufsausbildung als Schiffbau-Schmied. Nach dem Wehrdienst bei der jugoslawischen Marine verdiente sich Ivan Trtanj den Lebensunterhalt jedoch im Straßenbau und als Waldarbeiter bis er 1968 als Gastarbeiter nach Kreßbronn zur Bodanwerft kam. Rückblickend die glücklichste Wende in seinem Leben.
Nach getaner harter Arbeit auf der Werft wandte sich Trtanj, seit 1969 verheiratet mit einer Banaterin donauschwäbischer Abstammung und Vater zweier Kinder, seinem Hobby aus der Kinderzeit zu – dem Schiffsmodellbau.

binzberger

In 30-jährigem intensiven Engagement erweiterte Ivan Trtanj sein Wissen über die Seefahrt, besuchte europaweit namhafte Museen, um Baupläne historischer Schiffe zu erwerben und sammelte Bilder und Beiwerk zum Thema Seefahrt. Seine genügsame, bescheidene Lebensweise in Verbindung mit unermüdlichem zielstrebigem Fleiß führten zur Entfaltung seiner handwerklich-künstlerischen Begabung. So entstand aus Trtanj´s Künstlerhand allmählich eine Armada bestehend aus 50 Schiffsmodellen, die vorwiegend für Könige und Fürsten der Barock- und Rokokoepoche (1736-1812) gebaut wurden – nach Ansicht Trtanj´s die Zeit der schönsten Schiffbauten.
Anerkennung und Bewunderung fand Trtranj´s „Armada“ in den vergangenen Jahrzehnten von den Besuchern in mehreren europäischen Museen und Ausstellungen, unter anderen in Stockholm/Schweden, Bremerhaven/Deutschland und Paris. So war es nur folgerichtig und durchaus angemessen, dass Ivan Trtanj´s neue Heimatgemeinde Kreßbronn am Bodensee als Bleibe für 15 schönsten dieser „Königschiffs-Modelle“ ein Museum im „Schlössle“ einrichtete – mitten in einem gepflegten Park unweit des Bodenseeufers. Mein Banater Landsmann Trtanj, verriet mir in seiner bescheidenen Art unter vorgehaltener Hand, dass er in Deutschland der einzige Ausländer sei, dem für sein künstlerisches Werk ein eigenes Museum mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Immerhin wurden zur Restaurierung und zum Ausbau des Kreßbronner „Schlössles“ als Schiffsmodell-Museum mehrere hunderttausend Eros investiert.

des

Genossenschaft im Pantschova Rit
lev

Slavoljub Novak

Die Mitglieder des deutschen Vereins ,,Pancevacki rit” haben am 29. Marz 2008 ihr 60jahriges Jubilaum gefeiert , der AnlaB dazu war die Ankunft der Deutschen im Friihjahr 1948 auf den Raum des Pantschowaer Rieds .

Pancrit2

Nach der Besichtigung des Sportzentrums ,,Kovilovo” mit Gasten aus Karlowitz, Kikinda, WeiBkirchen und GroBbetschkerek wurde ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant ,,Kovilovo” veranstaltet . Frau Ana Mirkovic aus Borca hat alle Gaste mit gewahlten Worten gegriiBt und zugleich an eine traurige Zeit erinnert, an drei schwere Lagerjahre in Armut und Elend, an einen harten Beginn der Vertriebenen im Sumpfland des Pantschowaer Rieds sowie an Grundungsjahre des landwirtschaftlichen Kombinats ,,Beograd” .
Es war zugleich eine gute Gelegenheit fur die erste Begegnung des romisch-katholischen Priesters aus WeiBkirchen, Herrn Tibor Kivalji und des Pastors der Evangelischen Kirche Deutschlands, Herrn Dieter Tunkel ; gliicklicherweise haben die beiden Herren ihre okumenische Zusammenarbeit weiterentwickelt.

Die Rede ehemalige Lagerleuterin

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie alle herzlich begrüßen und mich bei Ihnen bedanken, dass sie unserer Einladung gefolgt sind und zu unserem sechzigjährigen Jahrestag, der Ankunft uns Deutscher in Pancevacki Rit, erschienen sind. Was haben wir nicht alles in den letzten sechzig Jahren erlebt – das passt nicht auf ein Blatt Papier, darüber sollte ein ganzes Buch geschrieben werden.
Wir kamen nach Pancevacki Rit im Jahr 1948 (neunzehnhundertachtundvierzig), in den Monaten Februar, März und April. Direkt aus den Lagern in Rudolfsgnad, Sombor und Subotica wurden wir in Viehwaggons hierher gebracht. Mit der Eisenbahn transportierte man uns bis nach Krnjača, wo man uns schließlich die Türen der Waggons öffnete. Vor uns standen, Kutschen, in denen Kinder und Alte weitertransportiert wurden, während alle anderen zu Fuß gehen mussten.
Bis nach Borca führte ein Weg aus türkischem Pflaster, ab da standen wir bis zu den Knien im Schlamm. Die Hälfte von uns wurde nach Besni fok gebracht , die andere Hälfte nach Kovilovo, die ,,Spiegelseite“.
Wir kamen Nachts um 11 Uhr an. Man brachte uns in Baracken unter, wo früher Schaafe gehalten wurden. Durch die wenigen Schlitze in den Brettern drang das Mondlicht ins Innere und es wehte ein starker Wind. Auf dem Boden lag Heu verstreut auf das wir uns so müde wie wir waren niederließen und irgendwie versuchten die Tatsache zu vergessen, dass wir seit zwei Tagen nichts gegessen hatten. Mit dem Morgen begann ein neues Leben.
Um uns herum hatten wir keine Wächter mit Gewähren mehr, wir waren frei.
Wir bekamen Arbeit und gutes Essen. Der Ried musste von Unkraut, das bis zu zwei Meter hoch und voll von Kletten war, befreit werden.Wir nannten ihn ,,Pferdehäuter“. Es gab nur wenig Feld, das man bearbeiten konnte. Überall war Unkraut und Halm. Wir beseitigten mit Sicheln das Unkraut während hinter uns schwere Traktoren fuhren, die das Feld bearbeiteten ,,OLIVERI“.
Das bearbeitete Feld gedeihte in Maßen. Wir bauten Getreide, Mais und verschiedenes Gemüse an und arbeiteten alls würde all dies uns gehören. Feste Arbeitszeiten gab es nicht. Man arbeitete auch am Samstag und Sonntag manchmal sogar auch nachts. Daraus entstand ein großes landwirtschftliches Gut ,,LANDWIRTSCHAFTLCHER KONZERN BELGRAD“.
Mit der Zeit unterschrieben wir Arbeitsverträge auf drei Jahre, bekamen regelmäßig unsere Löhne und konnten frei nach Belgrad, Selmin und Pančevo gehen. Auf dem Feld waren wir in ,,Arbeitsbrigaden“ organisiert. Die Brigadenaufseher waren serbische Männer und es passierte auch, dass wir deutschen Frauen uns in einen von ihnen verliebten und eine nach der anderen heirateten. Die Männer schätzten uns als gute, fleißige Hausfrauen und beispielhafte Ehefarauen. Wir gebaren Kinder die heute ehrenvolle Menschen sind. Viele von uns haben heute auch Enkelkinder und manche sogar Urenkel. Während eine Masse von Deutschen in die weite Welt nach Deutschland, Österreich, Australien und Amerika auswanderten blieben wir hier. Heute ist der größte Teil von uns um die achzig Jahre alt. Viele sind mit der Zeit zu Witwen geworden. Gott sei mit unseren verstorbenen Männern.
Wir gründeten den deutschen Verein “Pančevčki rit“, in dem wir heute unsere Freunschaften pflegen. Wir treffen uns ein oder zwei Mal im Monat in der Gemeinde
,,Padinska skela“, wo wir auch gemeinsam Weihnachten und Ostern feiern. Wir freuen uns über jeden unserer Erfolge und unterhalten uns auf ,,schwäbischen“ Dialekt, um diesen nicht zu vergessen. So beten wir zu Gott, dass er uns noch manches Lebensjahr schenkt, das wir gemeinsam mit unseren Kindern verbringen können, die uns lieben und ehren!
Die vier kummervollen Jahre, die wir in den Lagern verbrachten, können wir nicht vergessen, aber wir haben die Kraft aufgebracht um zu vergeben. Mit Trauer erinnern wir uns an usere verstorbenen Freundinen, mit denen wir hier ein neues Leben begannen. Es wäre schön sie wären heute bei uns. Gott sei mit ihnen.

Pancrit1
Pancrit3
Pancrit4
Pancrit5
Pancrit6


des
Der Verliebte
lev
Stjepan Seder

Der zwölfjährige Žarko Ackovoć war der jüngste Teilnehmer beim Treffen, das am 29. März in Pancevacki Rit stattgefunden hat. Er kahm mit seiner Mutter Ljiljana um Zeit mit Leuten zu verbringen, die er weder zuvor gesehen noch kennengelernt hatte. Der Wunsch teilzunehmen war bei dem Sohn so stark, dass die Mutter ihn erfüllen musste.
Aber warum wollte nur Žare so unbedingt an dem Treffen teilnehmen, dass die Mutter ihm diese Bitte einfach nicht abschlagen konnte? Der Grund war seine Liebe zur deutscher Sprache. Die Ackovićs haben weder enge genetische Beziehungen zum deutschen Volk, noch war einer der älteren Familienmitglieder jeh an der deutschen Sprache, Geschichte, Kultur u.s.w. interessiert.
Wie konnte es dazu kommen, dass sich dann Žarko so sehr für diese Sprache interessiert?
Die Mutter erzählte, wie eines Tages Žarko zu ihnen kam und behauptete, dass er Deutsch sprechen könne. Und wirklich, nachdem sie ihn geprüft hatten kam heraus, dass er wirklich diese Sprache beherscht. Natürlich nicht perfekt, aber für einen Jungen seines Alters waren seine Kenntnisse schon ziemlich gut. Daraufhin erzählte er ihnen, dass ihn die deutsche Sprache so sehr interessiert, dass er von selbst angefangen hat sie zu lernen.
zaljubljenik1

Die Eltern waren über diese Selbstinitiative ihres Sohnes so angetahn, dass sie ihm daraufhin ermöglichten die Sprache mit professioneller Unterstützung weiterzulernen. Heute beherscht Žare die Sprache schon sehr gut. Nach eigener Aussage ist sein Ziel die Sprachkenntnisse so gut wie möglich zu verbessern von dem er auch nicht abweichen wird.
Bestimmt hat Žare durch das Treffen eine Möglichkeit gesehen mit anderen Teilnehmern auf Deutsch sprechen zu können, doch es kam nicht dazu, zumindest, nicht in dem Maße in dem er es sich erhofft hatte. Die Anwesenden unterhielten sich auf serbischer Sprache, einerseits aus Rücksicht vor den anderen Gästen, andererseits aus dem Grude weil viele von ihnen die deutsche Sprache verlernt haben, die sie von den Eltern gelernt hatten und heute nur noch ansatzweise sprechen können.Trotzdem konnte Žare mit den anderen Gästen ein paar Worte und Sätze wechseln, was ihm auch eine große Freude bereitet hat.
Žare ist ein Ausnahmetallent, das man selten trifft. Denn neben der deutschen beherscht er auch die englische Sprache. Doch diese beherscht er nicht aus Eigeninitiative, sondern weil das Schulprogramm Englisch als Fremdsprache vorschreibt. Die deutsche Sprache lernt er immer noch fleißig weiter und ist was die Sprachkenntnisse angeht viel weiter als die gleichaltrigen Mitschüler, die die Sprache nur in der Schule lernen.
Am Ende bleibt noch zu sagen, dass wir Žare vom ganzem Herzen wünschen, dass seine Liebe zu der Sprache weiterhin erhalten bleibt und wir hoffen, dass dieser Tekst auch von jemandem gelesen wird, bei dem das Intresse gewecket wird, dass man Žare zusätzliche Deutschstunden ermöglicht oder wenigstens einen Aufenthalt in Sprachcamps in Deutschland damit er seine Sprachkenntnisse verbessern kann.

zaljubljenik2


des
Es war einmal ein Dorf Lebendige Menschen aus einem verschwundenen Ort
lev

Márta István

Es wurde vor Kurzem ein Treffen der ehemaligen Molidorfer Einwohner in Maikammer, Deutschland, gefeiert. Molidorf (ungarisch: Molifalva, später Molin) ist auch bei uns jetzt schon für viele eine unbekannte Ortschaft, die nur noch in den Erinnerungen von Älteren lebt. Diese Ansiedlung befand sich im Banat, in der Nachbarschaft vom Dorf Tóba. Ihre Gründungszeit ist auf das Jahr 1833 zurückführbar. Die ersten Ansiedler waren deutsche Katholiken und stammten zumeist aus den Nachbardörfern und Gemeinden wie St. Hubert, Soltour, Charleville, Heufeld, Mastort, Hatzfeld, Bikatsch und Gross-Jetscha. Sie waren Klein- und Mittelgrundbesitzer, die bis zum Jahr 1944 als Dorfgemeinschaft lebten. Bei der letzten Volkszählung im Dorf wurden in 370 Häusern 1107 Einwohner gezählt, die deutschsprachig römisch - katholisch waren.


1


Den Namen von diesem stillen Dorf haben mit jeder Gewissheit die Geschehnisse nach dem zweiten Weltkrieg in die Geschichte eingraviert. Im Jahre 1945 entstand hier ein grosses Konzentrazionslager.
Dann hat die neue, kommunistische Macht aus den umliegenden Ansiedlungen dort etwa 9000 deutsche Frauen, Kinder und alte Menschen eingesperrt, um sich auf diese Art und Weise an den hier Gebliebenen wegen den Verbrechen des Deutschen Reiches zu revanschieren. Im Lager herrschten unmenschliche Zustände, als Sieger verblieb nur der Tod. Über die Zahl der von Hunger, Kälte und Erschöpfung umgekommenen Menschen gibt es keine genauen Zahlen, manche Zeugen sprechen von 4000 Opfern. Die letzte Ruhestätte der Toten soll das Massengrab an dem Friedhofsrande sein, welches bis heute ohne ein Zeichen geblieben ist. Das Todeslager wurde im Jahre 1948 aufgelöst, seine Überlebenden wanderten danach aus und fingen ein neues Leben überall auf der Welt an.


2


Nach Molin wurden dann serbische Kolonisten gebracht, aber das Hochwasser im Jahre 1956 zwang die ganze neue Bevölkerung wegzuziehen. Seit dem existiert Molin nicht mehr. Die römisch- katholische Kirche wurde zerstört, der Baustoff von den Häusern weggetragen, so sind heute nur noch von verwilderter Vegetation bedeckte Hügel zu sehen. Der Friedhof bietet ein sehr trauriges Bild, seine Grabsteine wurden zerschlagen.
Mathias Binder, ehemaliger Einwohner von Molidorf verliess nach dem zweiten Weltkrieg seine Heimat und lebt nun in Maikammer (Bundesland Rheinland-Pfalz) ein neues Leben. Er ist der Vorsitzende der HOG Molidorf und bemüht sich schon jahrelang darum, dass er in seinem Geburtsdorf den verscharrten Opfern ein würdiges Denkmal errichtet. Vor kurzem kam er zu Besuch und hat das Säubern des ehemaligen Dorffriedhofes organisiert. Nach dem Wunsch von ehemaligen Lagerinsassen bemüht er sich, dass den in dem Massengrab namenlos verscharrten Menschen möglichst ein Granitdenkmal aufgestellt wird. Zu diesem Vorhaben hat er sich die Genehmigung der Behörden gesichert und es wurde auch mit dem Geld sammeln begonnen.


3


Die Ausgewanderten aus dem Banater Molidorf treffen sich oft im deutschen Maikammer. Das Treffen beginnt mit einer heiligen Messe, welche in diesem Jahr in der dortigen wunderschönen barocken St. Kosmas und Damian Kirche gefeiert wurde. Mit berührenden Worten sprach in dieser Sonntagsmesse der Ortspfarrer Klaus Hermann zu den versammelten Gläubigen, wobei er über das Banater Molidorf berichtete. Nachdem er die tragische Geschehnisse schilderte, stellte er auch die Frage, was für Menschen das wohl waren , die mit ihren Mitmenschen so umgehen konnten. Alle Anwesenden sahen sich während dieser Messe mit den Gespensten der Vergangenheit gegenübergestellt. Als die Messe beendet war, kamen im Kirchengarten viele zu uns Banatern, reicherten uns die Hand und stellten Fragen. Ein wunderbares Gefühl überkam mich; zu diesem Treffen kamen noch in Molidorf geborene, jetzt in Deutschland lebende Greise, wie auch die Nachkommen von den ehemaligen Molidorfern aus Amerika und Kanada. Viele von denen sprechen nicht mehr die Sprache der Vorfahren. Aber trotzdem, es herrschte etwas, was die Versammelten im Kirchengarten verband: ein Christliche Gefühl der Zusammengehörigkeit. Eine Gemeinschaft ist das, egal wo der Mensch auf dieser Welt sei, und darüber hinaus hat nichts eine Wichtigkeit, weder Sprache, noch Nationalität.

5
6


des
Das Kopftuch (vulgo: Kopptiechl) der Donauschwäbischen Frauen
lev

Jozef Lang

Als die Diskussion um die Bedeutung des Kopftuches der Muslimfrauen in der Öffentlichkeit geführt wurde, haben mich meine Kinder gefragt, ob dem Tragen des auffälligen Kopftuches von den donauschwäbischen Frauen auch eine besondere Bedeutung zukomme. Nach einigem Nachdenken musste ich eingestehen, dass es tatsächlich ein Zeichen mit Bedeutung war. Es war kein politisches und auch kein religiöses, es war ein Zeichen der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gemeinschaft. Mein Wissen darüber (zugegeben, nicht Kopftuch1besonders tief) möchte ich denen zur Kenntnis bringen, die in dieselbe Lage geraten können.Das typische Kopftuch war quadratisch, mit etwa 65 cm Seitenlänge, es wurde diagonal gefaltet und mit den Eckzipfeln unter dem Kinn in die „Giebelform“ gebunden. Der Stoff variierte vom einfachen Zwirn für die Arbeit im Alltag bis zu Seide und Brokat für besondere Anlässe oder Festlichkeiten. Getragen wurde es nur von verheirateten Frauen. Die Farbe des Tuches war bei jungen Frauen hell, bei älteren dunkler, bei den Großmüttern war sie schwarz. Das Tuch war nie bunt oder aufdringlich. Bei Beerdigungen trug man immer schwarz. In einigen Gebieten trugen die Frauen, im Besonderen bei Trachtengruppen, auch bunt geblümte Tücher.
Die Mädchen trugen bei der Arbeit und zum Schutze der Frisur ein buntes, glatt über den Haaren, im Nacken gebundenes Tuch. Die Haare der jungen Mädchen wurden meist zu zwei Zöpfen im Nacken geflochten und mit Spangen um den Kopf zu einem Kranze aufgesteckt. Die Haare der heiratswilligen Mädchen und der Frauen wurden im Nacken zu einem Zopf geflochten und nach oben über den Kopf aufgesteckt. Die Mädchen befestigten den Zopf mit einem großen,
verzierten Horn-Kamm. Diese Zierde wurde natürlich nicht unter einem Kopftuch versteckt. Damit ist die Wissenschaft um das Donauschwäbische Kopftuch noch nicht vollständig ausgelotet. An der Form des „Giebels“, der über der Stirn der Trägerin nach dem Binden entstand, konnte man die Ortszugehörigkeit der Trägerin ersehen. Durch Einlegen von Kartonstreifen oder gefaltetem Zeitungspapier beim Falten des Tuches, entstanden spitze Giebel, meist für ältere Frauen und runde Giebel für jüngere. Es entstanden schmale oder auffallend breite Stirnflächen, hochgezogene quadratische und noch viele andere Kunstformen. Aber jede Form wies eindeutig auf die Zugehörigkeit zu einer Dorfgemeinschaft hin. Eine Besonderheit ist vielleicht zur Abrundung noch nachzutragen.Die Damen der „besseren“ Gesellschaft, die „Herrischen“ wie sie genannt wurden, es waren dies die Gattinnen von Lehrern, Ärzten, Beamten, Kaufleuten, die zumeist in den Städten wohnten, trugen keine Kopftücher. Sie hatten ihre Haare zu Frisuren kurz geschnitten und trugen meist Hüte. Das Kopftuch war so ein Hinweis auf eine Arbeiter- Bauers- oder eine Handwerkersfrau aus den Dörfern. Die Qualität des Stoffes war ein Hinweis auf die Wohlhabenheit der Trägerin.Die Farbe gab Hinweise auf das Alter der Frau, die Form auf die Ortsgemeinschaft. Ein Eingeweihter konnte aus dem „Kopptiechl“ wie aus einer aufgeschlagenen Zeitung Stand und Herkunft erlesen. Dieses Thema bietet genug interessanten Stoff um darüber eine Magisterarbeit zu schreiben. Auf den Familien- und Hochzeitsbildern sind schöne Anschauungsbeispiele zu bewundern.

Kopftuch2

des
Hauptversammlung des Weltdachverbandes der Donauschwaben
lev
Bernhard Krastl zum Präsidenten gewählt

Cleveland, vielen bekannt als Heimatstadt eines weltberühmten Sinfonieorchesters und eines der größten Herzzentren der Welt, versammelte sich vom 28. August bis 1. September 2008 die donauschwäbische Welt, um ein beeindruckendes Jubiläum zu feiern: 50 Jahre „Deutsch-Amerikanisches Kulturzentrum der Donauschwaben“, 50 Jahre Donauschwaben in Cleveland.
Es ist überwältigend, was Clevelands Donauschwaben mit gewaltiger finanzieller Anstrengung und ehrenamtlicher Arbeit geschaffen haben.
In Olmsted bei Cleveland, in einer weitläufigen Parkanlage, dem „Lenaupark“, steht das „Deutsch-Amerikanische Kulturzentrum der Donauschwaben“, ein großes, repräsentatives Gebäude als Vereinsheim, davor ein würdiger Gedenkstein zur Erinnerung an die Toten der alten und der neuen Heimat; ein paar Schritte weiter wurde ein See angelegt, am Ufer steht ein Pavillon für Platzkonzerte; daran schließen sich Sporteinrichtungen (Fußballfeld, Tennisplätze usw.). Das Gelände ist durch Bepflanzung angenehm aufgelockert und bietet für jung und alt einen angenehmen Aufenthalt.
Josef Holzer, Initiator, Bauherr und langjähriger Präsident (30 Jahre) des Deutsch-Amerikanischen Kulturzentrums der Donauschwaben und seinen Nachfolgern (Robert Filippi und Franz Rimpf) ist es gelungen, zusammen mit all den freiwilligen Helfern in Cleveland ein Stück donauschwäbische Heimat zu schaffen.
Hier entfaltet sich seit 50 Jahren ein reges donauschwäbisches Kultur- und Vereinsleben: Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen die deutsche Sprachschule, die ein hohes Ansehen genießt. Bei Schwabenbällen, Muttertagsfeiern, Kirchweihfesten und Weihnachtsfeiern sowie bei Auftritten der Donauschwäbischen Tanz- und Theatergruppen, Musikkapellen und Chöre wird überliefertes donauschwäbisches Kulturgut gepflegt.
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß die umfangreichen Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der Vereinigung der Donauschwaben in Cleveland zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt anlockten. Geboten war ein beeindruckendes, inhaltsreiches Festprogramm: Brauchtumsausstellungen, Kinder- und Jugendseminare, die Hauptkundgebung mit Aufmarsch der Trachtengruppen und Ansprachen der Ehrengäste, Landestrachtenfest mit Tanzdarbietungen der Donauschwäbischen Kinder- und Jugendtanzgruppen aus Akron, Chicago, Cincinnati, Cleveland, Detroit, Mansfield, Milwaukee und Toronto, Tanzwettbewerb, ökumenischer Gottesdienst, Totengedenken, geselliges Beisammensein.
Als Ehrengäste nahmen der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Chicago, Wolfgang Drautz und die Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Diana M. Thimmig an den Feierlichkeiten teil. Beide waren sichtlich beeindruckt von den gewaltigen Leistungen der Donauschwaben, von ihrem Fleiß und von ihrem Zusammenhalt.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten fand auch die Hauptversammlung des Weltdachverbandes der Donauschwaben statt. Bei den Neuwahlen des Präsidiums am 28. August 2008 wurde der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland, Oberstudienrat Bernhard Krastl zum Präsidenten des Weltdachverbandes der Donauschwaben gewählt.
Die 27 Delegierten aus den USA, aus Kanada, Australien, aus Österreich und aus Deutschland wählten in geheimer Wahl einstimmig folgendes Präsidium:
Präsident: Bernhard Krastl, Vizepräsidenten für Deutschland: Hans Supritz und Josef Jerger, Vizepräsident für Österreich: Alexander May, Vizepräsident für Kroatien, Serbien, Ungarn und Rumänien: Zorislav Schönberger, Vizepräsident für die USA: Robert Filippi, Vizepräsident für Kanada: Anton Baumann, Schatzmeisterin: Elisabeth Ziemer, Schriftführerin: Henriette Mojem, Vertreter der Jugend in Europa: Stefan Ihas, Vertreterin der Jugend in Nordamerika: Ingrid Dorr. Darüber hinaus wurde Katharina Eicher-Müller zur Pressereferentin gewählt.
Der Weltdachverband der Donauschwaben ist ein Zusamenschluß der weltweit verstreut lebenden Donauschwaben. Die Mitglieder des Verbandes sind die einzelnen donauschwäbischen Länderorganisationen, Institutionen und Vereine. Der Weltdachverband ist ein eingetragener Verein mit Sitz im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen.
Die Aufgaben des Verbandes sind in § 2 der Satzung geregelt. Der Verband soll vor allem die Tätigkeit der weltweiten Mitglieder des Verbandes aufeinander abstimmen und das gemeinsame donauschwäbische Kulturgut erhalten. Die Erhaltung und Pflege des geistig-kulturellen Erbes der Donauschwaben sowie die Erhaltung der Muttersprache sind zentrale Aufgaben. Die Ziele sollen bei persönlichen Begegnungen der Delegierten auf internationaler Ebene sowie durch die laufende Tätigkeit des Präsidiums des Verbandes behandelt und gefördert werden.
Henriette Mojem
Gruppenbild: Präsidium des Weltdachverbandes der Donauschwaben, gewählt am 28.08.2008 in Cleveland, OH, USA
V.l.n.r.: Josef Jerger, Anton Baumann, Hans Supritz, Bernhard Krastl, Henriette Mojem, Stefan Ihas, Robert Filippi, Alexander May

des
Spomenik Helnuta Frisha
lev

Menschen errichten Denkmähler damit diese sie an bestimmte Persönlichkeiten oder Ereignisse erinnern. Denkmähler sind meistens aus festem und langlebigen Material gemacht, das gegen atmosphärische Einflüsse und Wetterbedingungen resistent ist. Einige Menschen errichten sich sogar noch zu Lebenszeiten ein eigenes Denkmahl.Doch dies ist eher ungewöhnlich und über eine solche Tat könnte man streiten.
Egal wie ein Denkmahl am Ende wird, groß oder klein, weiß oder schwarz, aus Stein oder Metall, jedes ist auf den ersten Blick sichtbar, sei es aus der näheren oder ferneren Perspektive betrachtet. Doch das Denkmahl, das der lange vor den Kriegsjahren in Vršac geborene jetzt in Wien lebende Helmut Frisch schon eine längere Zeit lang baut, ist nicht für alle auf den ersten Blick sichtbar. Dieses Denkmahl wird villeicht sogar von vielen Menschen unbeachtet bleiben. Doch die, die etwas von solchen unsichtbaren Denkmählern verstehen, werden wissen worum es sich handelt und welche Ausdauer ein solches Denkmahl hat. An dem Denkmahl, von dem in dem folgenden Text die Rede sein wird, arbeitet Helmut Frisch schon einige Jahre lang geduldig, ausdauernd und systematisch. Das Denkmahl von Helmut Frisch ist nicht aus Stein oder Metall, schwarz oder weiß..... Es ist einzigatrig wenn es sich um die Volksdeutschen in Vojvodina handelt.
Dieses Denkmahl nennt Helmut Frisch Arbeitsgemeinschaft Dialog- Initiativkreis für donauschwäbische – serbische Gespräche oder ARDI.
5

Das Material das er für dieses Denkmahl benutzt ist unzerstörbar und gegen alle atmosphärische Einflüsse resistent. Dieses Material wird bestehen solange auch die Menschheit besteht und ist vor allem prinzipiell konstruiert. Das Material aus dem Helmut Frisch sein Denkmahl baut ist das gesprochene oder geschriebene menschliche Wort. Diese Worte findet der Schöpfer bei zahlreichen Volksdeutschen Freunden die in Vojvodina oder in der Welt verstreut leben. Doch das Material findet er nicht nur bei den Volksdeutschen. Er findet es auch bei Serben die über Schicksale, Dilemmas und politisches Unverständnis der Volksdeutschen und anderer Menschen vor, während und nach der Kriegszeit in Vojvodina forschen und schreiben und dies publizieren.
Der Schöpfer wählt selbst das Material für das Denkmahl aus.
Ihm stehen einige Publizisten aus Vojvodina-Serbien und einige aus Deutschland bzw.Österreich zur Verfügung. Aber von allen Publizisten die über die erwähnten Themen auf serbischer Sprache forschen, schreiben und dies publizieren sind nur wenige deutscher Herkunft. Das es Serben gibt die über deutsche Schicksale schreiben ist gut. Schlecht ist, dass nur ein oder zwei Deutsche forschen,schreiben und publizieren.
Dem Schöpfer drohen bei der Wahl des Materials einige Gefahren. Diese Gefahren kann man leicht erkennen. Schwieriger wird es villeicht, sie zu umgehen oder ihnen auszuweichen. Deswegen muss sich der Schöpfer bei der Materialwahl gut anstrengen und jedes erwählte Teilchen vor dem Einbau genau bewerten. Das ist sehr wichtig weil jedes eingebaute Teilchen von schlechter Qualität zur Instabilität des Ganzen führen könnte und so den Einsturz des Denkmals verursachen könnte. Das heißt dass der Schöpfer vor allem auf die Wahl des Materials das er bei seiner Schöpfung benutzt mit höchster Vorsicht achten muss.
Der Regel nach überlebt jedes Denkmahl seinen Schöpfer.
Und man sollte auch nicht den gerigsten Zweifel daran haben, dass auch dieses Denkmahl seinen Schöpfer überdauern wird.
des
Die neuste serbische Historiographie über die Donauschwaben
lev

Zoran Janjetović

Jahrzehntelang waren die Donauschwaben ein vernachlässigtes Thema in der serbischen Historiographi. Dies galt auch für die ganze jugoslawische Geschichtsschreibung die wenig Aufmerksamkeit nationalen Minderheiten widmete. Die Jugoslawiendeutschen hatten darunter doppelt zu leiden: sie wurden vernachlässigt und das was über ihnen geschrieben wurde, hatte in vielen Fällen einen eher negativen Beiklang. Grundsätzlich versuchte man sie kollektiv als „Faschisten“ und „Kriegsverbrecher“ darzustellen um so auf indirekte Weise ihre Behandlung seitens der kommunistischen Behörden zwischen 1944 und frühen 1950er Jahren zu rechtfertigen. Erst mit dem Untergang des kommunistischen Gesellschaftsmodells und der Ideologie, began man die Geschichte der Jugoslawiendeutschen objektiver darzustellen.
In diesem Referat werde ich mich bemühen einen Überblick der neusten serbischen Geschictschreibung über die Donauschwaben in der Vojvodina aufzuzeichen. Ich werde sowohl die veröffentlichte Werke, als auch die die noch als Manuskripte vorliegen erwähnen die in den letzten ein Paar Jehren entstanden worden sind. Die letztgenanten sind keineswegs unbedeutend da sie bezeugen daß das Thema Donauschwaben mitlerweile auch an den Universitäten und Schulen ebenso „hoffähig“ wie alle andere, geworden ist. Das ist eine höchsterfreuliche Entwicklung, auch wenn bei manchen Arbeiten dieser Art einiges zu wünschen übrig bleibt.
Man konnte dieses Referat auf zwei Weisen verteilen: entweder nach der Sichtweise der Verfasser, oder chronologisch (in die Reihenfolge des Entstehens). Da es sich um eine verhältnißmäßig kurze Zeitspanne handelt in der die Werke entstanden worden sind, spielt die Chronologie keine große Rolle. Darum werden wir uns für den erstgenannte Weise entscheiden.
In diesem Fall können wir die Arbeiten über die Donauschwaben in zwei Gruppen verteilen: einerseits die Werke die der alten Sichtweise aus der Zeiten des Kommunismus, verpflichtet sind, und anderenseits, die deren Verfasser sich bemühen das Thema objektiv und unvoreingenommen zu bearbeiten. Der erste Vertreter der „alten Schule“ ist Dr. Branko Pavlica, ein Politologe der sich bemühte als Expert für deutsch-jugoslawische Beziehungen zu profilieren. Eine Schwäche seiener Werken geht hervor schon aus der Tatsache daß er kein Historiker, sonder Politologe ist. In anderen Worten ist seine Methode unzulänglich da er sich nur auf die veröffentlichte Quellen, und zwar unkritisch, stützt. Außerdem, benutzt er nur die alte jugoslawische Fachliteratur wobei die neuste Werke aus frühen 1970er Jahren stammen. Diese unzulängliche, ja unwissenschaftliche, Methode ist mit einem unerläßlichen Fehler gekront: mit dem Mangel an Objektivität, ja, dem Mangel an Wille objektiv zu sein.

Janjetovic
Alle diese Fehler sind zu finden in seinen zwei Werken die den Jugoslawiendeutschen gewidmet sind. Eins ist das Buch „Die deutsche Minderheit in Jugoslawien. Das Schicksal der Volksdeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg“ , und das andere ist ein Aufsatz in der Zeitschrift des serbischen Helsinki-Kommittees (sic!) unter dem Titel „Die Volksdeutschen – die Fünfte Kolonne im alten Jugoslawien“. In diesen Arbeiten wiederholt er alle alte Anklagen, Halbwahrheiten und Unwahrheiten der alten kommunistischen Historiographie: die Volksdeutschen hätten eine bevorzügte Lage vor der Gründung Jugoslawiens; in Jugoslawien wären sie stets untreu und feindselig; alle hätten mit dem Dritten Reich kollaboriert und alle, außer ein Paar Ausnahmen, dienten als Fünfte Kollone gegen dem Land in dem sie lebten. Anderenseits, wurden sie seitens des jugoslawischen Staates immer fair behandelt, sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Beschreibung der Lage der Jugoslawiendeutschen in Lagern nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine Verharmlosung die weit über die Grenze der Lüge geht.
Ein anderer Vertreter der „alten Schule“ ist ebenso nicht ganz junge Predrag Bajić. Der ist bei weitem nicht so einseitig, aber bei ihm spielen die Donauschwaben eine eher untergeordnete Rolle. Zum Unterschied von Pavlica ist Bajić ein geschulter Historiker der voriges Jahr seine Magisterarbeit über das jugoslawische Banat im Zweiten Wltkrieg an der Philosophischen Fakultät der Universität Novi Sad verteidigt hat. Das Thema ist nicht neu und man konnte erwarten daß der Verfasser die Forschung vertiefen würde. Leider hat er es nicht getan: er benutzt nur wenige neue, bisher unbekannte Dokumente, die in meisten Fällen nichts neues bringen. Darum ist Bajić aber über unterschiedlichen Aspekten ausschweiflich, auch wenn sie nur wenig Zusammenhang mit dem Thema haben. In großen und ganzen ist sein Bild des Banats im Krieg nicht zu unterscheiden von das alte das die ältere kommunistische Historiker gemahl haben. Sogar der historiographischen Stil seines Schreibens ist völlig der alten Tradition verpflichtet.
Wie über alle andere Aspekte des Problems, hat er vieles über die Donauschwaben von den älteren jugoslawischen Autoren übernommen, obwohl, zum Unterschied von Pavlica, kennt er auch die neuste detusche Geschichtsschreibung. Seine Arbeit schildert die Donauschwaben als Fünfte Kollone, willige Helfershelfer der Okkupanten die darum im Gegengeschäft eine bevorzügte Lage genossen. Seine pauschale Beschuldigungen, die Volksdeutschen hätten Kriegsverbrechen begangen, sind, außer einen Fall , nicht belegt. Ganz im Gegenteil, der Leser kann sich des Eindrucks nicht erwehren daß die Urheber und Hauptvollstrecker der Verbrechen die reichsdeutschen Organen waren.
Aus der Literatur und den Dokumenten die Bajić gewissenhaft gebrauchte, kann der Leser klar sehen daß die militärische und polizeiliche Einheiten in denen die Donauschwaben dienten eigentlich schlecht bewaffnet und ausgerüstet waren, und daß sogar die »Prinz-Eugen Division« nicht genügend gedrillt worden war. Zum Unterschied von Pavlica, versucht Bajić die Behandlung der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg nicht schön zu färben: er führt die Opferzahlen aus der donauschwäbischen Literatur an und stellt fest daß die meisten Opfer Unschuldige waren.
Man kann sagen daß Bajić die auf eklektische Weise die Züge der alten Geschichtscsschreibung mit den neueren Erkenntnissen verbindet. Der Ton seines Werkes gehört früheren Zeiten obwohl er auch die neuste Literatur benutzt und in den Archiven forscht. Die Mängel seiner Arbeit sind zahlreich und sie beziehen sich sowohl auf den Stil, als auch auf den Inhalt. Die Kommission vor der die Magisterarbeit verteidigt wurde und deren Mitglied auch der Verfasser dieses Referats war, hat Bajić geraten sie vor der Veröffentlichung auszuschleifen und man kann hoffen er wird es auch tun.
Janjetovic2

etzt werden wir unsere Aufmerksamkeit den Arbeiten widmen die unmittelbar mit den Doanuschwaben zu tun haben und die zugleich der »neuen Schule« angehören. Wir werden erst die Arbeiten die noch in Manuskript sind besprechen und dann die veröffentlichte Werke.
Im Juni 2007 wurde an der Filosophischen Fakultät der Universität Novi Sad eine Magisterarbeit von Vladimir Barović unter dem Titel „Der Einfluß der NS-Ideologie und die Bedeutung der Medien für die politische Ereignisse unter den Vojvodinaer Deutschen in der Zwischenkriegszeit“ verteidigt. Der Verfasser ist bemüht objektiv zu sein, und keine ideologische Urteile zu fällen. Daran liegt die Hauptstärke dieser Arbeit. Sonst bringt sie wenig Neues. Wie die Arbeit von Bajić ist sie teilweise zu ausschweiflich, und zwar über die Dinge die nur in losem Zusammenhang mit dem Thema stehen. Der Akzent der eigentlich and der Presse liegen sollte, spürt man nur ab und zu – und gerade das konnte und sollte ein neuer Beitrag sein. Sonst erzählt der Verfasser die schon bekannte Geschichte vom Streit innerhalb des Kulturbundes und vom endgültigen Sieg der »Erneuerer«.
Im 9. Kapitel, »Kulturbund - Fünfte Kollone oder patriotische Organisation«, wiederholt er das schon Bekanntes über die Tätigkeit der Führung und eines Teiles des Deutsch-Schwäbischen Kulturbundes in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Dabei hinterfragt Barović die alte Literatur nicht, obwohl er einige neue Dokumente benutzt. Seiner Meinung nach handelte ein Teil des Kulturbundes als Fünfte Kollone, aber er bemüht sich nicht zu ergründen wie groß dieser Teil war. Was aber neu in serbischer Historiographie ist, ist sein Bestreben die Handlung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens im Kontekst der Fünften Kollone zu sehen. Er sieht seine Tätigkeit als nichts weniger illoyal als die Handlung eines Teiles des Kulturbundes. Diese Idee ist im donauschwäbischen Schrifttum nicht neu, aber Barović kommt zum gleichen Schluß, ohne diese Literatur zu benutzen. Nicht nur das. Wenn jemand diese Sichtweise als billiger und modischer Antikommunismus abtun könnte, konnte man dies nicht sagen für Barovićs Behandlung mancher serbischen bürgerlichen Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten die auch mit den ausländischen Mächten gegen ihr Land, für Geld oder aus ideologischen Gründen, konspirierten. Grob gesagt, er sieht die Serben als nicht mehr oder die Deutschen als nicht weniger loyal gegenüber dem Staat. Gerade dies ist ein Novum in serbischer Historiographie und in dieser sonst ganz mittelmäßiger Arbeit.
Eine andere Magisterarbeit die noch immer nur als Manuskript vorliegt rägt unter anderen publizierten und nichtpublizierten Werken hervor. Es handelt sich um die Magisterarbeit von Mihael Antolović „Die Politik der deutschen Minderheit in der Donaubannschaft (1929-1941)“ die im Mai 2008 an der Filosofischen Fakultät der Universität Novi Sad verteidigt wurde. Auch hier handelt es sich um ein Werk das inhaltlich wenig Neues bringt, aber zum Unterschied von anderen bisher behandelten Werken, hier haben wir mit einer ausgezeichnet geschriebener Magisterarbeit zu tun wo praktisch die ganze relevante Literatur auf serbisch, deutsch und englisch beachtet wurde. Zum Unterschied von Bajić und Barović, hier gibt es keine Digressionen. Die Bewertung der einschlägige Fachliteratur ist kritisch, die Komposition gut und die Sichtweise sachlich und objektiv. Die ganze Arbeit macht den Eindruck eines wohlgerundetes Ganzen.
Die Story die sie erzählt ist freilich nicht unbekannt: der Verfasser schildert kurz die Ansiedlung der Donauschwaben und ihre Geschichte bis 1918. Weiter beschreibt Antolović die Lage und die Entwicklung der deutschen Minderheit im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, und geht dann an die Schilderung der Prozesse und Ereignisse seit 1929 über. Obwohl er über diese Zeitspanne nichts Neues zu sagen hat, gebraucht Antolović die zugängliche Literatur und zeitgenössische Presse auf eine kreative Weise. Dabei fällt er keine moralische oder ideologische Urteile so daß seine Arbeit als ganz wissenschaftlich bezeichnet werden muß.
Erfreulicherweise hat Antolović, der Lehrer an der Somborer Pedagogischer Hochschule ist, die Absicht sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen. Sein Aufsatz »Politische Organisierung der Deutschen in Syrmium Anfang des 20. Jahrhunderts« wurde schon in der Zeitschrift des Historischen Archivs Syrmiens veröffentlicht. Ein anderer Artikel über die Deutschen in Südungarn im 19. Jahrhundert steht vor der Veröffentlichung in der angesehener Zeitschrift der Matica Srpska. Die beiden zeigen die gleiche Merkmale der wissenschaftliche Objektivität und Grünndlichkeit auf. Auch wenn sie keine neue Erkentnisse bringen sind sie für das serbische Fachpublikum wichtig da in ihnen in Serbien wenig bekannte Fachliteratur benutzt wurde und da diese Themen in der serbischen Geschichtsschreibung bisher kaum bearbeitet wurden.
Ein anderer Aufsatz von Antolović harrt auf Publizierung. Es handelt sich um einen kritischen Überblick der serbischen historischen Werken die die Donauschwaben als Haupt- oder Nebenthema haben. Sowohl die ältere als auch die neuere Literatur werden untersucht. Dieser Aufsatz wird ohne Zweifel als sehr nutzlicher Wegweiser für die künftige Forscher dienen.
Als wichtige Anregung für Literatur- und Kulturhistoriker kann der Aufsatz von Branko Bešlin über zwei Romane von Adam Müller-Guttenbrun (Der Große Schwabenzug) und Karl von Möller (Der Werschetzer Tat) dienen. In ihm bettet der Verfasser diese literarische Werke in einen breiteren historischen und gesellschaftlichen Kontext ein. Er analysiert und vergleicht ihren Inhalt und Wirkung in den donauschwäbischen Massen. Der Verfasser widmet seine Aufmerksamkeit auch den Mißbrauch dieser Werke zu NS-Zeiten. Auf diese Weise beweist Bešlin, der seine Magisterarbeit über die donauschwäbische Presse geschrieben hat, daß er ein guter Kenner des Themas ist. Außerdem, gab er einen wichtigen Ansporn den serbischen Literaturhistorikern indem er diese zwei Romane mit dem serbischen klassischen Roman „Die Wanderungen“ von Miloš Crnjanski vergliech.
Der selbe Verfasser hat im Jahr 2006 ein Büchlein über die Ansiedlung der Donauschwaben in der Vojvodina verfasst das in sehr schöner Gestaltung erschienen worden ist. Das kleine Werk schildert die Migrationen auf dem Gebiet der heutigen Vojvodina seit der Steinzeit bis zur einwanderung der Deutschen. Auf diese Weise bringt er diesen Prozess in einen breiteren und längeren Kontext. Er gibt dabei auch eine Skizze der begleitenden Schwierigkeiten und der donauschwäbischen Leistungen. Das Büchlein, das wunderschön illustriert ist, und das auch auf Deutsch erschien, wurde als eine populäre Information für das allgemeine serbische Publikum gemeint. Es handelt sich damit nicht um ein wissenschaftliches Werk, sondern um eine kurze Darstellung die die Ergebnisse der Geschichtsforschung breiterem Publikum bekannt machen sollte.
Eine ähnliche Rolle spielt der zweisprachige Katalog der Ausstellung „Die Deutschen unserer Stadt“ die derzeit in Neusatzer Stadtmuseum gezeigt wird. Die Autorin der Ausstellung und des Katalogs ist die Mitarbeiterin des Museums, Dr. Agneš Ozer. Das 60 Seiten starkes, reich illustriertes Büchlein widergibt eine kurze Geschichte der Neusatzer Deutschen. Ihr Anteil an der Neusatzer Bevölkerung und ihre Verdienste für die Entwicklung der Stadt werden erzählt. Dabei werden unterschiedliche Aspekte ihres Daseins erwähnt und historische Dokumente zitiert. Die ganze Story ist in einen breiteren Kontext eingebettet und der Besucher/Leser kann einen klaren Überblick der Vergangenheit der Neusatzer Deutschen bekommen, auch wenn die Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg ein Bißchen einseitig dargestellt wurden.. (Gerade diese Teile des Texts werden in der Aufstellung nicht aufgebracht.) Da es überwiegend wertneutral geschrieben ist, stellen sowohl das Büchlein als auch die Ausstellung selbs, ein weiterer Schritt in Richtung historischer Rahabilitierung der Donauschwaben in der Vojvodina.
Am Ende wollen wir unsere Aufmerksamkeit den echten Forschungsrbeiten widmen die als Ergebniss der Archivrecherchen entstanden worden sind und die neues Material bringen. Chronologisch kommt erst der Aufsatz des Mitarbeiters des Archivs in Subotica, Stevan Mačković über das Konzentrationslager Sekitsch. Das ist der erste Aufsatz das anhand neues, bisher ungebrauchtes Archivmaterial geschrieben wurde. Es kann ruhig gesagt werden daß mit ihm eine neue Epoche der Geschichtsschreibung und ja, der Vergangenheitbewältigung, in Serbien beginnt. Mačković hat sich auf die Originalquellen gestutzt und grundsätzlich die Erlebnisberichte der Donauschwaben auf lokaler Ebene bestätigt.
Ein weiterer Schritt in gleicher Richtung machte auch Somborer Artzt Dr. Branislav Danilović der erst über das Gesundheitswesen im Kreis Sombor 1944-1947 recherchiert hat. In seinem ersten Buch widmete er auch fast 40 Seiten der Gesundheitslage in den Lagern Gakowa und Kruschiwil. Er zitiert zahlreiche, obwohl ja unkomplette Dokumente über die Lage der inhaftierten Donauschwaben und über die Bemühungen der Behörden dise Lage zu verbessern. Ausführliche Analysen der Ursachen des Sterbens, der Häufigkeit der Krankheiten usw. wurden anhand Archivquellen hergestellt.
Das gleiche Thema wie dieser Absatz behandelt das zweite Buch von Dr Danilović das ganz den Lagern Gakowa und Kruschiwil gewidmet ist. Es ist auch anhand Dokumenten aus dem Somborer Archiv, der Registerbücher aus Gakowa und Kruschiwil und anderen Quellen geschrieben. Nach einer längerer Einführung, beschreibt der Verfasser das Leben in den Lagern, Gesundheitszustand, Maßgaben der Behörden und Sterblichkeit. Die Todesurscahen werden auch analysiert. Obwohl seine Absicht war zu zeigen daß es humane Ärzte und Beamten gab die ernst bemüht waren das Leiden der inhaftierten Deutschen zu lindern, verschweigt er nicht daß die gesamte Opferzahl für beide Lager größer ist als im donauschwäbischen Schrifttum angegeben wird. Dabei ist bei Danilović die Opferzahl für Gakowa kleiner und in Kruschiwil größer als im Buch Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944-1948 behauptet wird. Er behauptet entschieden daß es keine Sterbemonate gab: nach Danilović, war das Sterben der Lagerleute kontinuierlich und hang in der ersten Reihe von der Zahl der Inhaftierten ab.
Trotz eineiger Schwächen sind diese Büher von Dr. Danilović sehr wichtig für weitere Forschung des Schicksals der in den Konzentrationslagern inhaftierten Donauschwaben. Vor allem basieren sie auf Dokumenten die extensiev zitiert werden. Außerdem versucht der Verfasser nichts zu vertuschen. Sein wichtigster Balang ist zu zeigen daß die Inhaftierten nicht sich selbst überlassen worden waren. Daß die Sterblichkeit trotzdem sehr hoch war, lag an den allgemeinen Lebensbedingungen (die ja auch für die freie Bevölkerung sehr schwirig waren) und nicht an den Mangel an ärztliche Versorgung. Auch wenn es über seine Schlußfolgerungen diskutieren lässt, sind Danilovićs Werke äußerst wichtig für die weitere Forschung des Problems. Sie beweisen auch wieviel sich das geistige Klima in Serbien geändert hat: endlich ist es möglich auch die heikligste Themen anhand Arhivquellen zu forschen und die Resultate ohne Schwierigkeiten zu veröffentlichen.
Ganz am Ende wollen wir noch ein Beispiel dieses geändertes Klima anführen. Es handelt sich um eine Arbeit einer Schülerinen einer Mittelschule die als Hausaufgabe in der Forschungsstation in Petnica bei Valjevo gemacht wurde. Sandra Nedimović schrieb eine Arbeit über zwei religiöser Vereinigungen in Apatin 1935-1944 und ihrer Beziehung zu den Nationalsozialisten. Sie wurde anhand einschlägige serbische und donauschwäbische Literatur und Gesprächen mit den Zeitgenossen geschrieben. Viel wichtiger als die eigentliche Ergebnisse dieser sehr korrekt gemachter Arbeit, ist die Tatsache daß die begabte Jugendliche heutzutage Schulprojekte über die Donauschwaben (und Katholische Kirche) bekommen. Das heißt, das Thema Donauschwaben ist zu einem normales historisches Thema geworden, das ohne weiteres auch für Bildungszwecken verwendet werden kann. Das ist ein Beweis der Normalisierung der serbischen Gesellschaft und darin liegt eine große Hoffnung: und zwar nicht nur für die serbische Geschichtschreibung.

des
Die Gründe für die Kontroverse erbischer Standpunkte beim Vorschlag
lev

eine Gedenkstätte im multiethnischen und multikulturellen Werschetz zu errichten

Dragi Bugarić

Auseinandersetzung, Umschau, besser gesagt ein Essay oder Aufzeichnung, dieses komplizierte, mehrschichtige Thema würde ich in zwei Teile aufteilen. Im ersten Teil würde ich, als Mitglied des Kollektivs der Werschetzer Gemeinschaft in die, alle auf dem Schinderplatz begrabenen Menschen gehören, mit ihrem Namen und Stammbaum schreiben (zu Lebzeiten waren sie Bürger von Werschetz im Königreich Jugoslawien). Im zweiten Teil, der ein wenig einer Beichte ähnelt, würde ich als Einzelner, freier Schriftsteller und unabhängiger Mensch schreiben, obwohl Werschetz meine Heimatstadt und erste Heimat ist, sowie auch vielen Menschen, die sie nicht freiwillig verlassen und jetzt in europäischen und amerikanischen Städten eine zweite Heimat gefunden haben. Werschetz blieb der Mittelpunkt, das Herz, ihres Lebens.

I

In Werschetz wird in diesem Jahrzehnt, seit 1998, eine Betrachtung angestellt, ob Werschetz (der Name kommt vom Wort „vrh“ oder „vers“/stih) wirklich eine multiethnisch und multikulturell schöne Stadt, mit Kunst koloriert ist, ob sie eine europäische Stadt ist und, ob sie den kosmopolitischen Geist des Dramaturgen, Komödiegraphen und Dichters Jovan Sterija Popović, des Malers Paja Jovanović, der Opernsängerin Sultane Cijuk, des Architekten Dragise Brasovan, des Romanenschriftstellers Ferenc Herzog, des ersten jugoslawischen Großschachmeisters und Globetrotters Bora Kostić, des Dichters Vaska Popa, des Wissenschaftlers Zlatibor Petrović und anderer bedeutender Werschetzer Bürger pflegt. Es wurden mehrere Garnituren der Gemeindeverwaltung, der lokalen Selbstverwaltung im Laufe des letzten Jahrzehnts ausgewechselt, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich die Bürger von Werschetz die Namen der Leute gemerkt haben, die sie gewählt haben. Vielleicht wussten sie bei den Wahlen auch nicht für wen sie stimmen. Vielleicht war es ihnen egal, wie es auch den örtlichen Vorsitzenden und Ministern egal war, dass man auf dem Werschetzer Vieh- und Hundefriedhof Schinderplatz in unkenntlichen Massengräbern, mit Brennnesseln, Unkraut und wilden Blumen zu gewucherten Gräben, 1944 und in den späteren Jahren Menschen begraben hat, Donauschwaben, die bei Kriegspogromen umgekommen waren. Sie waren auch unberührt, dass in den Sammellagern auf dem Gebiet von Werschetz ihre deutschen Mitbürger und Bewohner umliegender Siedlungen interniert waren.
Es sind aber den Werschetzer unparteiischen (unpolitischen), und nicht der Regierung angehörenden Organisationen der Gesellschaft der Werschetzer Freunde Die schöne Stadt Werschetz, (gegründet 1975) und Gesellschaft der serbisch-deutsch-österreichischen Freundschaft (gegründet 1999) und die freien Bürger, die den Wunsch haben eine schändliche Geschichte, einen Märtyrerroman, mit einem kleinen Kapitel zu beenden – indem sie ein Gedenkkreuz aufstellen, mit dem man das ewige Haus unserer umgekommenen Mitbürger, in das sie „geführt“ wurden, nachdem man sie aus den elterlichen Häusern hinausgetrieben hat– in denen jetzt andere Menschen unfreiwillig leben, geboren werden und sterben – vertrieben aus politischen und „patriotischen“ Gründen (im Geiste der Patrioten von Sterija). Die Namen der früheren Gemeindeführer haben es nicht verdient in diesem Text erwähnt zu werden; ich habe das moralische Recht und das Recht des Autors mir die Entscheidung über die Auswahl vorzubehalten (nach zahlreichen Gesprächen und einseitigem Schriftwechsel mit ihnen). Das ist noch eine Bestätigung, wie lächerlich, kurzsichtig und kriegshetzerisch die fanatische Politik sein kann und wie viel Unglück sie bringt. In diesem Falle ist sie auch fremdenfeindlich. Als wäre Werschetz nie eine multinationale und multikulturelle Stadt gewesen, obwohl von Zeit zu Zeit die abgedroschene Geschichte benutzt wird, dass in einzelnen Dörfern mehr als zwanzig Nationen in Eintracht leben. Die gelernten Demographen wissen, wie viele Deutsche in Werschetz und in den Werschetzer Dörfern bis 1944 lebten. Die ehemalige (in einiger Zeit wird es die altertümliche sein) Deutsche Gegend, die an den mit Weinreben bepflanzten Hängen endete, wird jetzt etwas spöttisch zur Gegend „der Dahergekommenen“ erklärt, als wären die Zugewanderten ein Teil des Szenariums der Kommunistenführer und verantwortlich für die Pogrompolitik der örtlichen Führer. Und die ehemalige, vor dem Krieg Serbische Gegend, wird höhnisch „Bäuerlich“ genannt, als wären die Einwohner dieses Stadtteils ungebildete Landwirte und die Landwirtschaft und Viehzucht ein niederer wirtschaftlicher Zweig. Die Nachkriegsführer hinderte das nicht daran, ihnen das Feld weg zu nehmen, das die Bauern bisher fleißig und geschickt bestellten. Komvorsteher (Abk. für kommunistischer Vorsteher) haben über das Leben und Tod der Werschetzer entschieden, über ihre Zukunft, aber auch über die Vergangenheit zu der sie keinen Zugang mehr hatten, weil sie verflossen war, die sie aber trotzdem „frisierten“ und über sie in den amtlichen Dokumenten und geeigneten Konferenzen, je nach ihrem Gutdünken oder Bedürfnissen der „Gemeinschaft“, geschrieben haben. Aus der echten, machten sie eine noch echtere Vergangenheit, um sie mit der Zeit zu einer echtesten Vergangenheit zu gestalten, die unwiderruflich war, wie in einem schlechten Buch eines Schriftstellers mit einer blühenden Fantasie. Wie in einem verzerrten Spiegel.
Die Werschetzer durften nicht mit eigenem Kopf denken, und durften nicht über ihre Mitbürger, die Deutschen, die in wenigen Jahren mit großer Mehrheit verschwunden waren sprechen und schreiben. Und die Wenigen, die zurückgeblieben waren verschmolzen mit anderen Nationen und Kulturen, was man nur heimlich erwähnen konnte. Auch auf den Straßen hörte ich nicht Deutsch sprechen, ausgenommen im Haus meines Freundes aus der Kindheit Anton Bless, der in Deutschland, in der Nähe des Rheins lebt, und in den Schulen, wo Deutsch als großes Entgegenkommen der Volksregierung ein Lernfach war. Früher sprach man in der schönen Stadt frei mehrere Sprachen. Dann zog sich eine Sprache zurück und wurde halblaut. Die ersten Neuigkeiten, in denen der Exodus der Donauschwaben aus Werschetz und den umliegenden Dörfern, und die Massengräber am Schinderplatz, und die Internierungslager für Deutsche, erwähnt wurden, waren mündlich. Sie wurden unter dem Schleier der Angst ausgesprochen, damit sie nicht entdeckt werden. Die Sprache selbst ist ein schreckliches und wertvolles Medium, das alle Grenzen überschreitet. So wurde auch die Geschichte über die Ereignisse von 1944 und 1945 aufbewahrt, obwohl kein jugoslawisches oder Wojwodiner Medium, ob gedruckt oder elektronisch, Jahrzehnte lang Informationen über die Ereignisse heraus brachte. Lange wurde die Wahrheit über diese schrecklichen Ereignisse verheimlicht, als ob sie sich nicht in unserer Nähe abgespielt hätten, als ob mit diesen unglücklich hingeschiedenen und vertriebenen Bürgern auch die Wahrheit und manches menschliche Gewissen beerdigt worden wäre. Das ist der Werschetzer dunkle Schatten, der seit Jahren über der Stadt und ihren Mitbürgern schwebt.
Der Schinderplatz, eher einem stinkenden Misthaufen, als einem Tierfriedhof ähnlich, ist ein Ort wohin die Werschetzer ihr verendetes Vieh und Hunde hinschleiften – und auch heute noch, es ist traurig das zu sagen, fahren die Stadtbediensteten, die Hygieniker, auf Geheiß ihrer Chefs, die Kadaver dorthin, er symbolisiert den Anfang vom Ende der Donauschwaben in Werschetz im südlichen Banat. Der Anfang ihrer Säuberung wurde, vielleicht aus verspäteter Scham verschwiegen. Die Art und Weise, wie die Deutschen in die Internierungslager eingesperrt wurden, erschöpft, gequält und ermüdet, getötet, war schrecklich. Unter ihnen waren viele, die am Krieg gar nicht teilgenommen haben, und noch schlimmer (klar gesagt monströs) war, dass man sie tot, bestialisch, einen über den anderen, auf dem Schinderplatz in die Grube warf, auf dem Tierfriedhof. Sie hinterließen keine Spur, außer aufgeworfener Erde in Form von Hügeln, auf dem von den Pflanzen die Brennnesseln, die Disteln und der Schierling am besten gedeihen. Das ist ein großer dunkler Fleck in der jahrhundertealten, reichen und prunkvollen Geschichte der schönen Stadt Werschetz, nach der eine Bürgervereinigung den Namen trägt. Wie nach dem Syntagma von Sterija. Jovan Sterija Popović würde bestimmt, ohne derben Spaß oder Haaren auf den Zähnen, darüber sprechen, wenn er noch leben würde.

Bugaric

Ich weiß nicht, wann Werschetz genau gegründet wurde und welches Datum auf dem ersten glaubwürdigen Dokument, auf dem sein Namen verzeichnet ist, steht. Aber es fehlt nicht viel und die Jahre 1941 oder 1944 gelten als das Ende der Multinationalität und Multikultur und als Anfang der Geschichte von der künstlichen Toleranz im Sprachgebrauch der Politiker und anderer lautstarken Redner, der Dienst habenden „Polemiker-Patrioten“.
Das Syntagma „Werschetzer Spiegel“ ist ein mehrere Jahrzehnte existierendes Stadtmerkmal. Der Spiegel ist in Werschetz. In ihm spiegeln sich diejenigen, die fremde Verstorbene nicht achten und damit auch nicht ihre eigenen. Und im großen elliptischen Spiegel vor ihrer Nase sehen sie sich nicht, halbblind und blind, wie sie sind. Die Schriftsteller aus dieser Gegend haben viele Bücher geschrieben, Romane, Erzählungen, Gedichte, Dramen, Essays, und schafften eine Welt von Spiegeln, mindestens einen großen Raum, eine Halle, in der sich die Gesichter und Körper der Personen, die sich dort befinden, bis ins Unendliche brechen, sich verbiegen, verbreitern und ausdehnen, sich verzerren, wie in komischen Spiegeln in Vergnügungsparks. Und dann erwähnt jemand den Schinderplatz und sie antworten „es ist nicht die Zeit“, als ob die Zeit kommen wird, wenn die toten Münder anfangen zu sprechen. Wen muss man alles zitieren, damit sie begreifen was der Spiegel bedeutet? Sie haben keine Zeit zu lesen. Es ist nicht die Zeit.
Es genügt ein Kreuzdenkmal von viereinhalb Metern Höhe und die Tafel mit der Inschrift der Versöhnung und des Gedenkens an die Begrabenen, pflanzen eines kleinen Baumes, Setzlinge als Symbol des Lebens und eine Holzbank, eine runde Blumenallee, um die Geister zu beruhigen, die Geister der Lebenden und die Schatten derjenigen, die in den Massengräbern ruhen. Und das Gewissen der Täter, deren Nachkommen auf den Straßen der Stadt spazieren.
Die Briefe, 2003 an die örtliche Selbstverwaltung gerichtet, blieben unbeantwortet, sowie auch der Appell, der in einer Tageszeitung veröffentlicht und von angesehenen Werschetzern und ihrer Freunde, die wegen der Brennnesseln, die auf dem Schinderplatz wachsen, empört sind, unterschrieben wurde. Die öffentlichen Beamten wissen nicht wer die Öffentlichkeit ist, an die sich die Unterzeichner des Appells gewandt haben. Es wurde angeblich eine Kommission gegründet, die alle Umstände, um die Ereignisse des Schinderplatzes und die Zweckmäßigkeit ein Gedenkkreuz zu errichten untersuchen soll. Die Mehrheit war dafür, dass man die Geschichte mit einem Denkmal beendet, aber es gibt keine Aufzeichnungen darüber, weil auf zwei Zusammenkünften zwei leidenschaftliche, halbblinde, fremdenfeindliche Gestalten jede Geschichte verdarben, die Auseinandersetzung vernebelten, aber das waren die Leute des Vertrauens des Gemeindevorsitzenden, dessen Namen mir entfallen ist. Zwei fremdenfeindliche Gestalten und zwei Antihelden meiner künftigen Erzählung.

II

Werschetz im Spiegel. Ein klarer, kurzer Satz, des Rechts.
In einem meiner schriftstellerischen und gebeichteten Texte habe ich den Satz aufgeschrieben. Und ihn vergessen, und jetzt ist er erschienen. Wie ein guter Geist.
Jahrelang, jahrzehntelang durfte man keinen Mucks über die getöteten Donauschwaben, die in den Werschetzer Massengräbern begraben sind, verlautbaren lassen. Niemand von meinen nahen Verwandten und ich denke, auch keine Verwandte meiner Freunde hatten an den unrühmlichen Liquidierungsunternehmungen teilgenommen. Und ich habe darüber geschrieben, weil die Wahrheit verheimlicht wurde und die Schuldigen, die Teilnehmer an den massenhaften Verbrechen, die in manchen Segmenten auch von Nazis beneidet worden wären, ließen es nicht zu, dass man in der Stadt und Umgebung etwas darüber erfährt. Die Geschichte haben sie verschwiegen. Und alles wurde getan im Namen der Politik der Kommunisten, der Rache und Säuberung, alle Liquidierungen, nicht nur der Deutschen, sondern auch der Serben, Kroaten, Ungarn und anderer Nationalitäten im damaligen Jugoslawien. Und uns junge Schriftsteller lehrten sie die rachsüchtige und pogromartige Ideologie. Ich bin nicht auf sie hereingefallen. Jeder Einzelne muss sich für sich verantworten und darf nicht im Namen eines verführten Kollektivs leben.
Warum ist der Schinderplatz ein großer, fürchterlicher, unbarmherziger und bestialischer Werschetzer Spiegel? Ich spreche aus eigener Erfahrung. In meinem Namen.

Bugaric2


Als Dichter-Anfänger (meine ersten schriftstellerischen Texte waren ungeschickt aufgeschriebene Gedichte), als Fünfzehnjähriger, ging ich zum verlassenen Werschetzer Bahnhof Vašarište, im Norden oder genauer im Nordwesten der Stadt, der für mich nur ein geografischer Bestimmungsort, eine gewöhnliche städtische Toponymie war. Ich suchte nach Inspirationen für meine ersten Gedichte, suchte nach Erleuchtung indem ich den Wildwuchs auf der wellenförmigen, eingefallenen Erde und das Wäldchen gegenüber dem Kanal Begej betrachtete. Mit dem Fahrrad kehrte ich in die Stadt zurück und dachte mir, aufgewühlt, Gedichte aus. Ich erinnere mich nicht, dass ich sie aufgeschrieben habe. Ich wusste nicht was es auf dem Schinderplatz gab. In meiner ersten Erzählung mit dem Titel Vašarište, veröffentlicht 1966 im Novisader Blatt Index, war der namenlose Hauptheld, der jemanden erwartete, und als einer der Gestalten erschien ein geistig beschränkter Junge, der mit der Schubkarre auf dem städtischen Marktplatz umherfuhr, dessen Vater ein eifriger, leidenschaftlicher Liquidator der Donauschwaben in der Stadt und auf dem Schinderplatz war. Auch er, M., war geistig beschränkt. Ich wusste nicht, dass der Vater M. ein ergebener Mörder und Totengräber war. Jahrelang, seit meinem fünften Lebensjahr, ging ich auf der Straße des Helden Pinki, der früheren Dreilaufgasse, entlang, auch am Haus Nr. 126 und wusste nicht, dass dort am 14. Oktober 1944 ein Major der Roten Armee ermordet wurde, der Grund, warum aus Rache mehr als vierzig Einwohner dieser Straßenseite bestialisch umgebracht wurden. Ihre Körper wurden mit Pferdegespannen und Leiterwagen auf den Stadtstraßen vor den Augen der Stadtbewohner zur nordöstlichen Peripherie von Werschetz gefahren. Jahrzehntelang wusste ich nichts davon, genauso wie ich nicht wusste nach wessen Anweisungen es verboten war über die Massengräber und Internierungslager zu sprechen. Es gibt vermutlich eine Person oder Personen die diese Geschichte für sich bewahrt haben, mit ihr lebten und vielleicht auch unruhige Träume hatten. Ich habe viel darüber erfahren, als ich kein junger Schriftsteller mehr war und schrieb 2006 den Roman Nebengasse (Sporedna ulica), den Schatten der liquidierten Donauschwaben, Serben und anderen, die feige und schändlich in den unkenntlichen Massengräber begraben wurden, gewidmet. Zu diesem Thema werde ich auch einige Erzählungen schreiben.
Eine Erzählung wird den Titel Kommission (Komisija) bekommen. Und wird einem der Liquidatoren gewidmet sein, der irgendwo die wahre Geschichte über den Schinderplatz versteckt hat. Es geht um eine Person, die versucht hat und es immer noch versucht, die Geschichte des Gedenkkreuzes von viereinhalb Meter Höhe aus der Welt zu schaffen. Als würde der vierzehnte Oktober neunzehnhundertvierundvierzig immer noch andauern. In seinem Hirn. Die Story werde ich schreiben, weil Werschetz eine multiethnische und multikulturelle Stadt ist und nicht eine Stadt mit einer Meinung und Primitivität, die man manipulieren kann.

Werschetz, Juni 2008

(Aus dem Serbischen von Stefan Barth)

des
„Begründungen und Vergleiche zu widersprechenden Einstellungen
lev

hinsichtlich der donauschwäbischen Tragödie aus der Sicht intensiv gelebter Nachbarschaft“

Stjepan A. Seder

Die deutsche Minderheit in der Woiwodina ist heute noch ein Überrest des einmal zahlreichen Volkes das vor nur sechzig Jahren noch in der Woiwodina gelebt hat. Dieses autochthone Volk lebte seit mehreren Jahrhunderten in der Woiwodina. Hinter sich hatte es Spuren zahlreicher zivilisatorischer Errungenschaften gelassen, vor allem auf dem Gebiet der Kultur, Art, Literatur und besonders auf dem Gebiet der Wirtschaft.

Die Ansiedlung
Die Deutschen aus der Woiwodina wurden am Anfang des 18. Jahrhunderts in die Pannonische Tiefebene angesiedelt mit dem Ziel das österreichische Kaisertum gegen den osmanischen Angriff zu verteidigen und auch wegen der leeren kaiserlichen Kasse. Sie brachten mit sich eine moderne, westliche Zivilisation. Sie haben auch hygienisch-gesundheitliche Gewohnheiten, moderne Technologie, intensive Viehzucht, moderne Landwirtschaft, Pflug mitgebracht.
In der Puszta lebte der Deutsche in Hütten neben Sümpfen. Als er die erste Furche gezogen und den Schrei des ersten weinendes Baby gehört hat, siedelte er sich in dieser Pannonischen Ebene an. Er dachte, dass ihn keiner jemals von seinem Heimatboden vertreiben wird.
Als der Deutsche ankam, richtete er sein Leben nach dem Vorbild seiner alten Heimat ein. Dank der Hilfe des kaiserlichen Hofes gründete er Dörfer. Im Zentrum der Dörfer befanden sich die Kirche, Schule und das Kulturhaus.
Er pflanzte Maulbeere ein, damit er Maulbeerspinner züchten kann, aber unser Deutsche aus der Woiwodina stellte es schnell fest, dass man von dem Maulbeere auch guten und berühmten Maulbeerschnaps brennen kann. Wenn du von dem Maulbeerschnaps trinkst, wirst du rote Backen haben und lachen. Allerdings, kannst du dich am nächsten Tag an nichts erinnern, hast aber keinen Kopfschmerzen.

seder

Ich nehme an, dass Sie nie daran gedacht haben, dass der Lala (serbisch), der gutmütige Woiwodiner und seine Frau namens Sosa (serbisch), eine Kompilation mehrerer Nationen seien, aber vor allem der Deutschen. Der kleine, scharfsinnige und einleuchtende Schwabe, der Serbe als schnell denkende, der Rumäne der immer voll von Ideen von einem „Betrug“ ist. All diese Einheiten dienten dazu, die Gestalt des Lala aus der Woiwodina zu formieren. Der „ verrückte“ und besonders scharfsinnige Lala hatte es ruhig und großmütig den Sprechpartnern zugelassen, dass sie von ihm so eine Meinung formieren, als von einem einfachen und langsamen Mensch. Und wenn dir der Lala Etwas Dummes mitteilt, du sollst nur mit Händen winken. Nach einer gewissen Zeit wird es nur einigen einfallen, was der Lala ihnen beim Gespräch sagte oder mitteilte.
Der Deutsche in der Woiwodina lebt in der Nachbarschaft mit Angehörigen anderer Nationen, vor allem mit Serben, aber auch mit Ungarn, Rumänen, Kroaten, Tschechen, und Slowaken. Als Kind spielte er mit Altergenossen aus der Nachbarschaft zusammen und erzeugte eine neue Sprache die nur diejenige kannten die zusammen gespielt hatten. Sie haben diese Sprache ausgedacht und gesprochen. Als er älter geworden ist, hat er in dieser Sprache auch Lieder geschrieben.
Wie z.B. Dieses Lied:

Die Marisch kummt vun der Owoda zaus,
von der Omama muß a Lekwarbrot raus,
ach Tepfl Milch kann se vertragen,
sie will ka Djuwetsch, ...

Der Krieg
Der Deutsche aus dem Banat wurde nach den häufigen Misserfolgen der Hitlermaschinerie in die SS Division Prinz Eugen mobilisiert. Die älteren Deutschen wurden von der militärischen Macht in eine Arbeits- oder halbmilitärische Formationen anweisen. Seine alten Eltern, die Ehefrau und die minderjährigen Kinder sind daheim geblieben.
Während des Zweiten Weltkriegs gehörte das Banat zum Deutschen Reich und das Leben war relativ normal. Die Wirtschaft, die staatlichen Institutionen, die Schulen und die Ambulanten funktionierten. Wenn der Staat funktioniert, er führt Repressionen durch und sanktioniert den Ungehorsam. Der Deutsche ist, unabhängig davon wo er lebt, diszipliniert. Er hat gelernt, dass man den Staat schätzen und dem Staat folgen soll. Daher kommt der Spruch: „Ordnung, Arbeit und Frieden“. Deswegen war es normal, dass der Deutsche dem Staat und seinen Ordnungen folgt. Es waren böse Zeiten und man durfte den Aufruf in das Militär nicht ablehnen. Im Gegenteil, wurde man auf die Östliche Front geschickt, und das war noch die mildeste Strafe.

Die Zeit nach dem Krieg
In solchen Umständen erwartet der Deutsche das Ende des Zweiten Weltkrieges. Er hat daran überhaupt nicht gezweifelt, dass er das Zusammenleben mit seinen Nachbarn weiter macht und er hat an ihre gute Glaube und Moral nicht gezweifelt. Und er hatte Recht. Nur einige Bürger hatten eine Bemerkung über sein Verhalten und nur wenige Bürger wollten sein Vermögen haben. Aber er hat überhaupt nicht daran gedacht, dass auch seine Nachbarn einen Zielpunkt der neuen Herrschaft werden, nur dies wird in weniger Masse realisiert. Seine Nachbarn waren nur selektiv beschuldigt und in das Lager geschickt worden, aber das Vermögen wird von fast allen weggenommen.
Der Deutsche aus der Woiwodina hat damit nicht gerechnet, dass die neue Regierung die Teilnehmer des Krieges und sozialistischer Revolution vergüten muss, denn die neue Regierung versprach diesen Teilnehmern soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und Vermögen nach dem Kriegsende. Mehr als 350.000 Teilnehmer des Krieges und sozialistischer Revolution waren gut bewaffnet, sich im Krieg an Alles gewöhnt, und sie hätten auch die neue regierende Elite daran hindern können die Macht überzunehmen. Und das konnten sie sich nicht zulassen, denn weswegen haben sie sich so viele Jahre darum gekämpft und ihr Leben riskiert, dass ihnen alles jetzt vor dem Ziel entflieht.
Den Teilnehmern des Krieges und sozialistischer Revolution, wurde in allen diesen Kriegsjahren Lohn, Vermögen versprochen, die durch die Realisierung des sozialen Gerechtigkeit den Kapitalisten enteignet wurde. Und womit kann die neue staatliche Elite die Teilnehmer des Krieges vergüten? Der leichteste Weg ist es von der deutschen Minderheit wegzunehmen, die als kollektiv schuldig und Feind verkündet wurde. Die deutsche Minderheit war sehr reich. In ihrem Eigentum befanden sich riesige landwirtschaftliche Flächen, Manufakturen, Fabriken, Werkstätte…
Der Deutsche in der Woiwodina ist reich geworden, weil er mit seinen Großvätern, Eltern und Söhnen auf dem Acker, im Keller, im Stall, in der Werkstatt, und seltener im Geschäft, fleißig gearbeitet hat. Er erwirtschafte großes Vermögen welches er den Söhnen verteilte um das Vermögen weiter zu reichen. Und er hat auch damit gerechnet, dass er den Töchtern Mitgift mitgegeben wird um ihnen damit eine Existenz zu sichern. Und gerade dieses Vermögen war ein ideales Geschenk für die ehemaligen Krieger und deswegen musste man die Eigentümer dieser Vermögen eliminieren, damit sie in Zukunft keine Probleme den neuen Eigentümern und auch der neuen Regierung machen können. Aus diesem Grunde schickt die neue Regierung die Deutschen in Konzentrationslager, die sich in der Woiwodina befanden.
Die neue staatliche Elite interessierte sich nicht dafür, dass dieses Vermögen mehrere Generationen geschafft haben die fleißig arbeiteten, sparten und in neue Arbeiten investierten. Für die staatliche Elite besteht die Gefahr, so lange bis die Krieger Waffen besetzen und ihre Ambitionen nicht befriedigt werden. Und dieser Gefahr muss man schnell und entschlossen entgehen.
In die Lager werden alte Menschen, Frauen und Kinder deutscher Abstammung geschickt. Nach dem Kriegsende ist der Deutsche dort geblieben wo er mobilisiert oder gefangen wurde und danach in das Lager geschickt. Nur wenige von ihnen kehrten in ihre Häuser zurück. Ihr Vermögen wurde ihnen nur deswegen enteignet, weil sie Deutschen waren.
In dem Lager starben seine Eltern und die Kinder. Aus dem Lager sind nach drei Jahren seine Frau und zwei von den vier Kindern ausgekommen. Nachdem ihr Vermögen konfisziert wurde, hatten sie keine Unterkunft. Die Unterkunft wurde ihnen von den Nachbarn angeboten. Die Nachbarn haben auch schlecht gelebt, weil ihr Vermögen, wie den Kulacken, nationalisiert war.
Die Regierung des neu geformten Staates hat die Entscheidung getroffen, das ganze Vermögen der Deutschen vor dem Kriegsende zu konfiszieren. Dies bestätigen auch die AVNOJ Gesetze vom 21.11.1944 und die Verkündigung von der zweiten AVNOJ Sitzung vom 21.11.1943. In der Verkündigung und auch bei der Entscheidung geht es um die Angehörigen der deutschen Minderheit. Und es geht nicht um die Menschen die was Falsches getan oder an der feindlichen bewaffneten Formationen teilgenommen hatten, und auch nicht um diejenige die mit dem Feind kollaborierten oder um diejenige die politisch engagiert waren und den Sieg der Besatztruppen wollten. Nein, es ging nur um die Angehörigen der deutschen Minderheit.
Die Tatsache, dass der Deutsche aus der Woiwodina in den militärischen Truppen die gegen die Partisanen kämpften, nicht engagiert war, war nicht wichtig. Um den Folgen der AVNOJ Gesetze vom 21.11. 1944 entfliehen zu können, musste er es bewiesen, dass er in den Reihen der Befreiungstruppen und an der Seite der Partisanengruppen in Jugoslawien gekämpft hat, oder dass er Angehörige eines neutralen Staates war und dass er sich nicht als ein Feind während der Okkupation benommen hat. Die Tatsache, dass er in die SS Division Prinz Eugen nicht als Freiwillige eintrat, sondern dass er mobilisiert wurde, war von keiner Bedeutung.

Neue Leute
Der Deutsche aus der Woiwodina hatte es nicht gedacht, dass nach dem Kriegsende in seinem Wohnsitz Leute anderer Auffassungen auftauchen, die schwere Zeiten des Krieges erlebten und ihre Familienangehörigen verloren, und dass diese Leute bewaffnet sind und sich rächen wollen. Er hatte es nicht erwartet, dass es von solchen Leuten viele gibt und dass die neue Regierung sich nicht zutraut die Erwartungen dieser Leute nicht zu beachten.
Konfiskation, Nationalisierung und die Kolonisation, also das Enteignen des Vermögens und seine Zuteilung anderen Leuten führten zur gegenseitigen Feindseligkeit der Einheimischen und der Neuangesiedelten (der Kolonisten).
Die Kolonisten stammten aus so einem Milieu wo Angehörigen nur einer Nation lebten. Sie hatten früher nie die Gelegenheit gehabt um mit Menschen anderer Nation, Religion, Kultur, Sprache und Bräuche zusammenzuleben. Die waren an ihnen ähnlichen Menschen gewöhnt und sie konnten sich auf das neue soziale und kulturelle Milieu überhaupt nicht gewöhnen. Für die war es schwer auf ihre alten Sitten zu verzichten und sich an die Sitten der einheimischen Bürger zu gewöhnen. Ganz im Gegenteil: sie haben von den einheimischen Bürgern erwartet dass sie ihre Sitten, Bräuche annehmen. Das war aber für die einheimischen Einwohner nicht akzeptabel, weil die Ankömmlinge ein weit niederes zivilisatorisches und kulturelles Bildungsniveau besaßen. Deswegen hatten die Kolonisten den Eindruck gehabt, dass sie von der einheimischen Umgebung nicht angenommen werden. Das war zum Teil so, weil die Kolonisten das Vermögen der einheimischen Einwohner und eine Menge finanzielle Vorteile bekamen und sie wurden in jeder Situation begünstigt.
Den einheimischen Serben gelingt es als größter Gruppe nicht sich nach dem Verschwinden der Deutschen der aggressiven Lebensweise der neuen Abkömmlinge in der Woiwodina zu widersetzen und sie ziehen sich zurück. Daher nehmen am öffentlichen Leben nur die Kolonisten teil. Sie entscheiden über alles und behindern die Lebensweise in der Woiwodina sowohl in der Stadt als auch im Dorf. Derjenige, der ihr Kriegsfeind war, bleibt auch weiterhin ein Feind. Aber jetzt wählen sie alle Angehörige der deutschen Minderheit als ihren Feind
Die guten nachbarschaftlichen Beziehungen, die seit Jahrhunderten unter den Nachbarn verschiedener Nationalitäten in der Woiwodina bestanden, verschwinden langsam und hinterlassen stillen Apathie.
Nachdem es den Deutschen Ende der 50-er Jahre zugelassen wurde das Land zu verlassen, die zurückgebliebenen 10.000 Deutschen ziehen sich noch mehr zurück. Sie waren von der offiziellen staatlichen Politik für alle Verbrechen die das Volk des neuen Staats, vor allem die Serben betrafen, beschuldigt, und diese Deutschen waren auch in Lager geschickt und dort durch Verhungern, Krankheit und Kalte ermordet. Sie haben versucht sich zurückzuziehen und sich so von der noch immer aggressiven, staatlichen Propaganda zu schützen.

Das Verhältnis des Staates zu den Deutschen nach dem Lager
Die Nationen in Jugoslawien, vor allem die Serben erduldeten riesige Leiden, Schaden aber für diese Tat war nicht der Deutsche in der Woiwodina schuldig. Aber, der Deutsche in der Woiwodina sollte zu vergüten und er vergütete auch wegen des Urteils der neuen Regierung in Jugoslawien alle Schulden der Hitlermaschinerie.
Die kommunistische Regierung war auch schuldig wegen der Leiden der zivilen Einwohner in Jugoslawien und das folgende Beispiel bestätigt diese Aussage. Das Kommando der deutschen Armee wollte die Leute von dem Widerstand bzw. vom kämpfen ablenken und so hat es in Jugoslawien die Entscheidung getroffen, dass für jeden ermordeten deutschen Soldat 100 Geisel liquidiert werden sollen, falls die lokale Regierung die Täter nicht ausliefert. Sie meinten, dies wird für die Auslieferung der Täter die einen Mord begangen, und für die Stabilität in dem okkupierten Jugoslawien sorgen. Aber der kommunistischen Bewegung die am Anfang ihrer Funktionieren war, fehlten die Mitglieder. Sie wird keine neuen Kämpfer gewinnen, wenn es Frieden gibt und deswegen müssen sie eine Situation auslösen, damit sich die Bürger ihrer Bewegung anschließen und auf diese Weise werden sie neue Mitglieder und Kämpfer gewinnen. Wie könnte man so was tun? Der leichteste Weg ist es einen deutschen Soldat zu ermorden. Nachdem es von den Bürgern keine Hinweise auf die Täter geben wird, so wird die deutsche Wehrmacht 100 Bürger verhaften und sie liquidieren. So wird diese Tat ein Widerstand bei den Bürgern gegen die deutschen Okkupationstruppen auslösen, und die kommunistische Bewegung gewinnt neue Mitglieder.
Dies funktionierte, aber die Bürger haben die Absicht der Partisanenregierung
durchgeschaut und haben es verstanden worum das Ganze geht. Sie konnten sich aber dagegen nicht widersetzen. Doch, als ein Versuch des Widerstandes haben die Bürger ein Lied gesungen:

Gott tötete, Gott tötete,
den Schützen
der tötet, der tötet,
auf der Brücke einen Deutschen.

Man wollte eine neue Geschichte schaffen derer positiver Seite einen Platz nur für die Ideologie der Kommunismus war. Die neue Regierung hat die deutsche Wehrmacht noch mehr satanisiert und sie wollten die Täter der Verbrechen nicht absondern. Obwohl, die Verbrechen anderer Armeen und Bewegungen, wie die Ustaschen und Tschetniken auch sehr bedeutungsvoll waren, es gab kein Willen der Regierung auf diese Taten hinzuweisen und in einigen Fällen die deutsche Okkupationsarmee zu amnestieren. Auf diese Weise ist die deutsche Okkupationsarmee für alle Verbrechen beschuldigt und die Hitlerkräfte mit der ganzen deutschen Nation gleichgestellt.
Die offizielle staatliche Politik, die von der neuen Regierung kreiert wurde, musste mit aggressiven Methoden auf dem Gebiet der Kultur und Bildung ihre Aktionen und Maßnahmen, die sie gegen die Einwohner vor allem aber gegen die deutsche Minderheit begangen hatte, rechtfertigen. Aus diesem Grunde werden Filme finanziert und gedreht, Bücher geschrieben in denen nur dem Deutschen die negative Rolle zugeteilt wird, unabhängig davon, ob er ein Hausherr aus dem Banat, Fabrikant, ein Soldat oder Offizier der Wehrmacht ist. Auf diese Weise wurden auch die Schulbücher geschrieben und die Kinder wurden so unterrichtet, dass jeder Deutsche schuldig ist.
So hat es unser Deutsche aus der Woiwodina, der auch ein Lala wurde, erlebt, dass er doch von der Heimat vertrieben wird. Mit Akten und Aktivitäten der Regierung, vor dem Ende und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und in den fünfzigen Jahren als der Staat Erlaubnisse für die Fahrtausweisen ausgegeben hat, die Zahl der deutschen Minderheit ist um 550.000 auf nur 3901 gesunken. Diese Daten sind die Daten der Volkszählung aus dem Jahr 2002. Das ist eine Verkleinerung vom 140. Mal. Diese Daten zeigen, dass es in Jugoslawien nur 0.7 % Angehörige dieser nationalen Minderheit gibt, im Vergleich zu den Zahlen vor dem Krieg.

Das Verhältnis des deutschen Staates zu den Verbrechen
Der neue deutsche Staat ist nach der Bombardierung durch die Alliierten wiederauferstanden und hat aus diesem Akt eine Lehre gezogen. Diese Tat war eher eine Vergeltung als ein Bedürfnis den Feind niederzuschlagen und die längjährige Agonie zu beenden. Die neuen Generationen haben es geschafft einen neuen deutschen Staat zu gründen der auf den Prinzipien von Demokratie und Achtung der Gleichheit und Werte anderer Menschen und Staaten beruht.
In diesem Sinne, muss man die Tat des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, kommentieren als er sich bei dem jüdischen Volk und bei den anderen Völker, die Opfer der Hitlermaschinerie während des Zweiten Weltkrieges waren, entschuldigt hatte. Diese Entschuldigung war in der Welt einzigartig und ist ein Geständnis, dass die Hitlerregime Verbrechen begangen hat.
Das Geständnis, dass Verbrechen begangen wurden bedeutet auch, dass sie Reue für Begangen dieser Verbrechen empfinden und dieses Geständnis bedeutet auch ein Versprechen im Namen des deutschen Staates und des deutschen Volkes wie auch allen Deutschen egal wo sie leben, dass sie in Zukunft solche oder irgendwelche andere Verbrechen nicht begehen werden.

seder1

Wie unser Staat die Deutsche sieht
Nach dem Kriegsende beginnt der neue Staat organisierte Repressionen gegen die Angehörigen der deutschen Minderheit zu verwenden. Es war nicht genug, dass ihr Vermögen konfisziert wurde, sondern sie wurden ins Lager geschickt um dort durch Verhungern, Krankheiten und von der Kälte zu sterben. Die Verbrechen wurden von dem Staat und der neuen Regierung organisiert. Diese Verbrechen sind deswegen so bedeutend, denn sie wurden gegen Alten, Frauen und Kinder begangen nach dem Kriegsende, als die Okkupationstruppen sich schon zurückgezogen hatten.
Mit den Okkupationstruppen hatten sich auch diejenigen Volksdeutscher zurückgezogen die jugoslawische Bürgerschaft hatten und der Armee zugetreten sind und an den Kriegsoperationen teilgenommen hatten. In Jugoslawien sind ihre Eltern, Frauen und Kinder geblieben, die kein Verbrechen begangen hatten wie auch die Zivilbevölkerung anderer Nationalitäten. Ihre einzige Schuld war, dass sie Angehörige der gleichen Nation waren, dessen Regime gegenüber Jugoslawien Aggressionen verübt hatte. Die neue Regierung fand es nicht für wichtig, dass diese Angehörigen von dem Mutterland geographisch, zeitlich und ideologisch entfernt waren.
In unserem Staat bis jetzt, gibt es kein Zeichen dass es einen Platz für das Geständnis und Reue gibt, oder mindestens für ein Nachdenken über die Schuld für die unmoralischen Handlungen die laut dem Gesetz verboten sind, und die Genozide die gegen die Deutschen die seine Bürger waren, begangen wurden.
Warum will der „Staat“ durch die historischen Instituten wissenschaftlich nicht erklären und veröffentlichen die Wahrheit über das Schicksal der Volksdeutschern nach dem Zweiten Weltkrieg. Warum will er die Wahrheit über die Lager nicht entdecken und warum nennt sie die Namen der Lager nicht. Warum will er die Namen der Menschen die in Lager geschickt worden und dort gestorben sind, nicht veröffentlichen. Auch die Daten nicht, als die in das Lager geschickt wurden und als sie gefreit wurden. Oder was ist mit diesen Menschen später passiert: ob sie Bürgerrechte hatten oder nicht hatten. Warum will der Staat die Wahrheit nicht sagen: was ist mit Menschen die nach der Verhaftung „verschwunden“ sind.
Was über diese Verbrechen die Akademie der Wissenschaft, der Bund der Schriftsteller und Journalisten, die Institutionen die sich mit der Geschichte beschäftigen denken, bekamen wir keine Antwort. … Gilt in diesem Fall die Maxime: Schweigen als Zustimmung? Wäre schade wenn es so wäre.
Doch das größte Fragezeichen betrifft das Handeln der serbisch-orthodoxen Kirche. Obwohl sie von dem Staat unabhängig ist, wie auch die anderen Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche verfügt über eine bedeutende gesellschaftliche Kraft. In dieser Kirche beichten die meisten Bürger Jugoslawiens. Diese Lage und den Einfluss, die die serbisch-orthodoxe Kirche in der Gesellschaft hat, hatte nicht versucht auszunutzen und etwas gegen die unhumanen Handlungen die gegenüber der Deutschen begangen wurden, zu sagen. War der Grund ihres Schweigens, dass die Volksdeutschern eine andere Religion hatten und kann das ihr Schweigen rechtfertigen? Sie hat auch in diejenigen Zeiten geschwiegen, als sie selber nicht akzeptiert wurde. Warum schweigt sie auch heute noch? Das Christentum beruht auf Grundprinzipien, auf den zehn Geboten Gottes: wie „Du sollst nicht morden“ „Du sollst nicht stehlen“, „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“, „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus“. Es ist ganz sicher, dass solche Taten die gegenüber unseren Bürger begangen wurden zur Verletzung der Grundprinzipien des Christentums führten. Diese Situation kennt die serbisch-orthodoxe Kirche sehr gut, aber bis jetzt hat sie darauf nicht reagiert.
Der einzige Hoffnungsschimmer ist die Tat des Parlaments der Woiwodina; weil es eingesehen hat, dass die Verkündigung der kollektiven Schuld der Deutschen für den Zweiten Weltkrieg schädliche Folgen hat: Es hat sofort eine Resolution getroffen um die kollektive Schuld nicht zu anerkennen.
Mit dieser Resolution wurde das Schweigen zerstört mit dem die Leiden der Deutschen im Jahr 1944-48. tabuisiert wurden. Die Vertreter der Regierung der Woiwodina nahmen als erste zusammen mit den Vertretern der Donauschwaben an den jährlich stattfindenden Feierlichkeiten anlässlich der Leiden der Donauschwaben teil. Auf eine symbolische Weise zeigt die Regierung in der Woiwodina, dass unschuldige Menschen ums Leben gekommen sind und dass sie dazu bereit ist die Leiden der Donauschwaben aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Die Resolution beruht auf der Tatsache, dass das Prinzip der Kollektivschuld mit den Grundprinzipien der Demokratie und der Menschenrechte unvereinbar ist und sie insistiert auf die Befreiung der kollektiv Schulden, auf die Rehabilitierung der Vertriebenen, der als unschuldig angeklagten Menschen und die ums Leben gekommen sind. Diese Resolution fördert auch das Vernichten der Akten, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind und die auf dem Prinzip der Kollektivschuld beruhen.
Mit dieser Resolution ist ein Prozess begonnen in dem sich das Schwarz-Weise Bild über den Zweiten Weltkrieg, über die Teilnahme der Deutschen aus der Woiwodina, und über ihre Kollektivschuld und die Ereignisse nach dem Krieg, immer mehr ändert. Die Regierung der Woiwodina spielt eine Pionierrolle in diesem Prozess.
Die staatlichen Institutionen der Regierung in Serbien haben nur marginal die Initiativen aus der Woiwodina unterstütz und sie sind nicht dazu bereit um diese Initiative zu unterstützen. Sie sollten sie aber unterstützen, denn in der Woiwodina leben mehr als 25 nationale Entitäten, und alle Erfahrungen des Zusammenlebens, wie schlechte so auch gute, konzentrieren sich in der Woiwodina.

Die Vertriebene
Die Deutschen in der Woiwodina wurden für alle Verbrechen der Okkupationstruppen als schuldig bezeichnet und sie leben seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Last der Kollektivschuld. Sie können sich selber von dieser Last nicht befreien und keiner versucht ihnen dabei zu helfen. Keiner hat es noch nicht erahnt, dass man über diese Frage mindestens nachdenken sollte. Keiner. Wie die staatlichen Institutionen, auch die Institutionen zur Erforschung der Geschichte, die serbische wissenschaftliche Akademie, der Bund der Juristen, und auch die serbisch-orthodoxe Kirche hatte es nicht erahnt. Eine ehrwürdige Ausnahme bildet eine große Zahl serbischer Publizisten die dieses Phänomen erforschen und darüber schreiben. Jedoch, ihre Stimme ist zu schwach dass man sie im allgemeinen Stillschweigen über die Ungerechtigkeit die einer Nation als einem autochthonen Volk das seit mehreren Jahrzehnten in dieser Region lebte angetan wurde, hören könnte. Es waren mehr als fünf Jahrzehnte dazu nötig, dass die Vertriebenen aus der Heimat in ihre Heimat zurückkehren konnten, als Menschen die willkommen sind ohne an ihrer Wohlgesonnenheit zu zweifeln, dass sie ihr Haus wo sie geboren wurden anschauen können, dass sie in der Strasse spazieren wo sie als Kinder spielten, dass sie mit den ehemaligen Nachbarn sprechen, oder dass sie unter dem Maulbeerbaum sitzen konnten, wie früher.
Die Vertriebenen haben ihr böses Schicksal stoisch ertragen, als wäre es von dem Gott erteilt und haben ihren Verfolgern verzeiht. Die deutschen Heimatvertriebenen aus der Heimat in ihrer Proklamation vom 5. August 1950 verkündigen:
„Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat.
„Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europa gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.
„Wir haben unsere Heimat verloren. Heimatlose sind Fremdlinge auf dieser Erde. Gott hat die Menschen in ihre Heimat hineingestellt. Den Menschen mit Zwang von seiner Heimat trennen, bedeutet, ihn im Geiste zu töten. Wir haben dieses Schicksal erlitten und erlebt. Daher fühlen wir uns berufen zu verlangen, dass das Recht auf Heimat als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und verwirklicht wird.

Copyright
Stjepan A. Seder

Übersetzung: Erika Porta

 

des
Muzika predaka za buduće generacije
lev
V. Laloš

Ernestina OFFENBÄCHER, eine Deutsche aus Subotica, durch die Gründung des Trio Edelweiss hat auf sich nicht nur die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von Subotica gerichtet, sondern dadurch auch ermöglicht, dass viele vergessene Lieder des deutschen Volkes, besonders dieser Deutschen, die in Vojvodina gelebt haben, vor dem begeisterten Publikum ins Leben gerufen werden. In diesem Bereich hat sie bis jezt eine wichtige Arbeit geleistet.
Sie haben mit Musik bereits in Ihrer Familie Ihren ersten Kontakt gehabt. Sagen Sie etwas über Ihre Familie, Kindheit, Erinnerungen ...
Ich bin in Bački Brestovac geborene und dort wurden auch mein Vater und seine Ahnen geboren, die sonst aus Deutschland nach Vojvodina noch im 18. Jahrhundert, genauer 1786 aus der Umgebung von Schwarzwald gekommen sind. Meine Mutter stammt aus Subotica und sie hat meinen Vater, den Fotografen Johann Offenbächer bei einem Besuch bei den Freunden kennengelernt und ist später selber Einwohnerin von Brestovac geworden. Mein Vater hat sich ausser seinem Beruf, weswegen er unter seinen Mitbürgern sehr geschätzt war, leidenschaftlich mit Musik beschäftigt und nach ihm sind zahlreiche Liederbücher und Notenaufzeichnungen geblieben, die mir als eine aussergewöhnlich reicher Stoff für die Arbeit des Ensembles gedient haben. Diese Erinnerungen an die Musik meines Vaters und seine Geige haben meine Kindheit grössteils charakterisiert, doch ist die andere Seite dieser Erinnerungen, die dunkle Seite, mit dem Krieg und mit der Nachkrieszeit verbunden. Mein Vater war ein Jahr lang im Lager, obwohl er dank seinem Beruf doch ein leichteres Treatment bekommen hat, nämlich er arbeitete im Fotoladen, allerdings mi dem Status eines “Lagereinwohners”.
Ich kann nich sagen, dass meine Mutter, mein Bruder und ich besondere Probleme hätten, aber die Tatsache, dass wir eine deutsche Familie waren, hat uns die ganze Zeit bei jedem Schritt gefolgt. Ich erinnere mich, als ein paar Mal Steine durch Fenser ins Haus geworfen wurden und all dies hat offensichtlich eine tiefe Spur in mir hinterlassen. Meine Mutter erzählte mir, ich sei in solchen Massen schüchtern, dass ich in der Schule erst nach einem Monat angefangen zu sprechen habe.
Später haben Sie die Musik für Ihren Beruf gewahlt. Wie war ihre Ausbildung?
Ich habe Musik sehr gerne gehabt, sie stand mir einfach nahe, und eben deswegen haben mich meine Eltern in die Musikschule – Unterstufe – in Sombor eingeschrieben. Als wir später nach Subotica umgezogen waren, habe ich ebenso die mittlere Stufe der Musikschule beendet, danach habe ich auch die Studien an der Akademie, Fachrichtung Theorie, als ausserordentliche Studentin beendet. Während dieser Zeit war ich in der Schule als Musiklehrer tätig. Meine praktische Beschäftigung mit der Musik ist eigentlich mit dem Chor Pro Musica verbundet, wobei ich bereits seit Jahren mitsinge, allerdings ist mir am liebsten die Zeit bei Edelweiss.
ofen

Es hat angefangen mit dem Zusammenkommen im Café Papillon, Karlo Letić, Inhaber des Cafés hat uns sein Café als ein Ort für die Zusammenkunft aller Deutschen in Subotica herzlich angeboten. Wir haben hier manchmal spontan auch gesungen und so enstand die Idee über die Gründung des Ensembles. Wir haben begonnen nach alten deutschen Volksliedern zu suchen und waren selbst über die Menge dieser Lieder überrascht. Die Menschen haben uns vieles davon gebracht, so haben wir bis jetzt vier CDs mit je 23 Lieder aufgenommen. Wir sind des öfteren aufgetreten, in Subotica und in Vojvodina allgemein. Leider ist uns eine Gastspielreise nach Deuschland nicht gelungen, da es unser Trio sich aufgelöst hat und zwar als unser Mitglied Valeria Weigner ihr Baby zur Welt gebracht hat. Da ihre Verpflichtungen z.Z. im Wesentlichen weniger geworden sind, denken wir nach, um Edelweiss wieder ins Leben zu rufen und weitermachen von dort wo wir aufgerört haben.
Ausserdem möchte ich gern erwähnen, dass unsere Tätigkeit in Deutschland in Einzelheiten dargestellt war, und zwar bei einem Zusammenkommen von Musikwissenschaftler in München, wobei Vesna Ivkov, Ethnomusikwirtschaftlerin aus Novi Sad ihre Arbeit mit dem Thema über das Musikleben der Vojvodinaer Deutschen am Anfang des 21. Jahrhunders dargestellt hat. Dann haben wir erfahren, dass wir die einzige sind, die sich auf dem Gesamtgebiet von Vojvodina mit solcher Art der Musik beschäft

des
HILFE DER HEIMAT
lev
Lahr
des
Zum Anlaß der Wiederanerkennung desindeheitsstaus` der Deutschen in Serbien
lev

Zoran Žiletić

Die erste gute Nachricht für unsere Mitbürger deutscher Nationalität in den letzten 63 Jahren. Sie haben das Vereinsrecht und das Recht für öffentliche Veranstaltungen im Rahmen des kulturellen und sittlichen Erbes sowie aktueller Intressen ihrer nationalen Gemeinschaft zurüruckbekommen. Damit wurde der erste Schritt zur bürgerlichen Gleichberechtigung getan, die ihnen nach den Avnoj-Beschlüssen, nach denen ihnen jegliches Recht und alle Besitztümer aberkannt wurden,verwährt blieb.
Eins der bedeutsameren Erfolge des öffentlichen Leben Serbiens nach dem 5.Oktober 2000 musste 7 Jahre und zwei Monate auf seine Umsetzung warten. Das heißt, dass die übriggebliebenen Volksdeutschen in Serbien das Recht auf eigenes sittliches und kulturelles Bewustsein zurück erhalten, das sie im Königreich Jugoslawien pflegten, das sie jedoch im demokratischen Föderativen Jugoslawien verloren. Dass sie die Rechte bekommen, die in den vergangenen 63 (für sie verlorenen) Jahren allen anderen serbischen Bürgern zustanden, einbezogen auch derer, die nicht serbischer Herkunft sind. Das erste Mal seit 1944 werden die hier lebenden Deutschen nicht mehr in den Medien beschossen, nur weil sie Deutsche sind.
In Texten, in denen man auf die Mitschuld der hierlebenden Deutschen an allem was dem Königreich Jugoslawien damit auch Serbien im zweiten Weltkrieg nach der Okupation Belgrads im April wiederfahren ist bestand, machte man sich über diese Angehörigen der Mehrheit lustig, die dem fortwehrenden Satanismus an den hier lebenden Deutschen ein Ende setzen wollten in dem sie das Atribut “unsere“Deuschen betonten.
Zur verspäteten Abschaffung der Apartheid für diese/ “unsre“ Deutschen kam es, Hand aufs Herz, auch wegen der ausgeprägten langjährigen Uneinigkeit unter den Führungskräften ihrer Gemeinschaften. Das steht im Gegensatz zu dem hier herschenden Klischee, dass bei den Deutschen, unsere Deutschen einbezogen, das Gemeinschafsgefühl stark ausgeprägt ist und sie deswegen immer gemeinschaftsorientiert sind. Diese Gemeinschaftstedenz ist auch hier nicht verloren gegangen, denn bis heute haben wir noch mehrere Vereine, sie zeigte sich jedoch unstabiel als sich Türen für einen Hauptverein der hier lebenden Deutschen als eine ethnische Gruppe, öffnete.
Zum Teil entstanden solche Umstände wegen der Mehrheit, die der Tradition nach nicht bereit ist auf eigene Bedüsfnisse zu Gunsten einer höcheren Sache egal welcher Art zu verzichten. Im Rahmen der unglücklichen Umstände sind für die vorhandenen Uneinigkeiten vor allem auch die persönlichen Ambizionen ihrer Vorgesetzten und ihre unglaubliche Kurzsichtigkeit der vergangenen 7 Jahre schuld. Sogar in den 90er Jahren, in denen sich auch Möglichkeiten boten aufgrund Milosevićs schlechter Führung Serbiens.
Sichtbare Spuren dieser Kurzsichtigkeit und nervöser politischer Strategie sieht man auch in den Äußerungen des Vorsitzenden der gerade wiederauferstandenen deutschen Gemeinde Andreas Birgenmeier, dem diese Position zurecht zugeteilt wurde betrachtet man die Tatsache, dass er der erste und einzige war der noch in dem riskanten Jahr 1992 den ersten und einzigen, soweit es mir bekannt ist, langandauernden Deutschen Verein auf ethnischer Ebende hier gegründet hat. Alle anderen scheuten davor einen Verein, der auf der rein ethnischen Zugehörigkeit basiert zu gründen und formierten stattdessen Kulturvereine die auch Mitglieder anderer Etnischer Gruppen zählten.
Herr Birgenmeier spricht, gemäß dem gerechtvertigten Vorhaben der deuschnationalen Gemeinde sich für die Rehabilitation der unschuldigen Opfer aus Titos Todeslagern und für die hierlebenden Zivilisten einzusetzen, unter anderem auch von den vorstehenden Bemühungen dieser Gemeinde sich für die Rückgabe der Besitztümer an die Deutschen einzusetzen. Ich hoffe dass der zweite Teil seiner Äußerung entweder von den Journalisten der Agentur BETA oder von ihm selbst falsch formuliert wurde. D.h. dass er mit dieser Äußerung die Besitzrückerstellung für “Serbische Staatsbürger deutscher Nationalität “meinte. Aus dem einfachen Grunde weil die Frage der Besitzrückersellung für die geflüchteten und ausgewanderten Deutschen schon seit 1974, d.h.schon seit dem Gespräch von Tito und Brand auf den Brijuni-Inseln 1973, weder in den deutschen noch in den serbischen als ein Mitglied und Erbe der Rechte und Pflichten der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, Zustellungsbereich fällt.
Natürlich wird keinem ehemaligen Büreger des Königreiches Jugoslawien das Recht verwehrt bleiben seine Besitztümer zurückzufordern, die ihm durch die außergerichtlich entstandenen Avnojer-Beschlüsse weggenommen wurden nur weil er ein Besitzer oder Nachkomme deutscher Nationalität ist. Das bringt aber auch große finanzielle Risiken mit sich, weil der ganze Prozeß privat ablaufen muss.
Ebenfalls muss er, falls es zu Rückgabe des Besitzes kommt und er die deutsche Stattsbürgerschaft besitzt, den gesammten Betrag mit den dazukommenden Zinsen, den er damals als Flüchtling oder als Auswanderer als Hilfe erhalten hat, dem Staat zurückzahlen. Das bedeutet, die Kompensation für persönliche Betroffenheit materieller Verlüste aller Deuschen im zweiten Weltkrieg - den sog. Lastenausgleich .

ziletic
Anders gesagt, würde Andreas Birgermeier seiner nationalen Gemeinschaft einen größeren gefallen Tun wenn er aufhören würde mit seinen undeutigen Aussagen die Prozedur aufzuhalten, in der man den in Serbien lebenden Deutschen die ihnen zustehenden Rechte anerkennt und ihnen als gleichberechtigten Staatsbürgern die Besitztümer ihrer Väter und Großväter zurückgibt. Er würde sich auch als Wahrer Kenner der Jugoslawisch-/ serbisch-deutschen Verhältnisse erweisen, wenn er sich über die sog. “Brionformel“ von Tito und Brand informieren würde an der, nebenbei gesagt, nicht nur Serbien sondern auch Deutschland beharlich festhhält und kathegorisch ablehnt die Flüchtlinge und Ausgewanderten des Ex-Jugoslawien bei ihren eventellen Forderungen zu unterstützen.
Es währe auch lobenswert wenn nicht nur Andreas Birgermeier sondern auch alle anderen Vorsiztenden deutscher Vereine sich mit Historikern zusammensetzen würden und sich über die genaue Zahl der Vertreibungsopfer informieren würden. Es ist nähmlich nicht wahr, dass aus dem serbischen Teil Vojvodina vierhunderttausend Deutsche vertrieben wurden. Von den fünfhundertvierzigtausend jugoslawischen Deutschen wurden fünfundneunzigtausend in kroatische, ungarische und deutsche Armeeformationen eingezogen und zweihundertfünfundvierzigzigtausend Zivilistenen wurden vor der formierung der Titoregierung nach Deutschland evakuiert, während zweihunderttausend in Lager in ganz Jugoslawien gesteckt oder zur Zwangsarbeit in die SSR verordert wurden.
Diese zweihunderttausend nicht evakuierten Deutschen sind jedoch die größten Opfer der zwei unchristlichen Ideologieen- Das atheistische Hitlerregime (das sich bei uns hinter dem Begriff Faschismus versteckt um Titos, Miloševićs und Dačićs Sozialismus nicht zu kompromitieren und um die Tatsache, dass auch Hitler als Anführer einer nationalsotialistischen deutschen Arbeiterpartei an die Macht kam nicht zu verbreiten) und Stalins ebenfalls atheistischer internationaler Sozialismus, den man auf dem jugoslawischen damit auch auf dem serbischen Boden durch die Person von Josip Broz Tito zu replizieren versuchte.
Unter ihnen haben fast sechzigtausend ihr Leben lassen müssen. Das geschah entweder durch organisierte Aktionen zur ethnischen Säuberung Jugoslawiens v.a Vojvodinas von deutschen Zivilisten mit dem Maschinengewähr oder durch ihre Verschleppung in Todeslager die für Kinder, Behinderte und Menschen über 60 bestimmt waren, wie z. Bsp. in Rudolfsgnad, wo in den Massengräbern fast zwölftausen Opfer liegen die an Typhus, Kälte oder Hunger starben.
In einer Arbeit von Sanja Todosić-Petrović vom Institut der Jugoslawischen Geschichte, in der sie sich auf das benutzte archivische Material beruft, findet man folgende Daten: Vierundzwanzigtausendvierhundertdrei deutsche Kinder vom Säuglingsalter bis zu vierzehnjährigen Jugentlichen wurden seit Oktober 1944 bis Juni 1945 gemeinsam mit den Erwachsenen innerhalb von zwanzig Minuten von ihren bis zu 250 Jahren alten Besiztzgütern vertrieben und in Lager für Arbeitsunfähige gebracht oder in Heime für Kriegsweise gesteckt. Überlebende erwachsene Zivilisten wurden 1948 aus den Lagern freigelassen, blieben aber noch 3 Jahre um die für sie verordnete Zwangsarbeit, für die es jedoch Lohn gab, abzuleisten. So kam es dazu, dass am Ende fast alle überlebenden Deutschen die serbischen Staatsbürgerschaft ablehnten und in die Länder ihrer Vorfahren zurückkehrten- Deutschland, Österreich und das französische Loren.
Mit anderen Worten sollten sich die Vorsitzenden der deutsch-natonalen Gemeinschaft nur auf überprüfte Tatsachen berufen. Sogar in ihrem Bestreben nach der Erhaltung der Vorstandsposition in der erneuerten Afirmation ihrer hierlebenden Mitbürger, deren Großväter vor über dreihundert Jahren sich hier, v.a in Vojvodina niederließen.
Parallell dazu führt auch die Richtung, die der Minister Bubal angeschlagen hat, ohne sich zuvor auf die Frage vorbereitet zu haben wie man gedenkt den Deutschen ihren alten Besitz zurückgegeben, zu seinem aber auch unseren Rückschritt in diesem Bereich. Seine Aussage, dass bei der Rückgabe der Besitztümer die SS-Anhänger und deren Nachkommen ausgeschlossen sein werden, eröffnet nur wieder die überflüssige Debatte über die kollektive Schuldzuweisung die er in rechtliche Grundlagen einbezieht, wobei es zur Ausklammerung in der Rehabilitation kommt.
Man soll nicht vergessen dass die SS-Formationen die außehalb des Dritten Reiches entstanden paramilitärische Formationen waren, denen sich jeder hierlebende und rumänische Deutsche nach der Musterung anschließen musste, unabhängig davon dass man die Division Princ Eugen eine freiwillige Formation nannte. Dabei sollte man sich an die serbischen Regrutanten erinnern, die man nach Slavonien zum Kampf schikte, ihnen jedoch in den Bussen die Papire wegnahm und sie als Freiwillige ausgab, weil nach Milosevićs Aussage Serbien nicht am Krieg in Kroatien teilngenommen hat. Andreas Birgermeier sollte auch die Überflüssigkeit weglassen, dass unseren Deutschen die Staatsbürgerschaft weggenommen wurde. Damit vertuscht und verschleiert er nur noch eine Ungerechtigkeit die den hierlebigen Deutschen wiederfahren ist, die nur ihr Recht zur Auswanderung nach der Entlassung aus dem Lager und nach der Abgeleistung der dreijährigen Zwangsarbeit nutzen wollten. Sie zahlten nämlich erhebliche Gebühren für die Aberkennung der jugoslawischen Staatsbürgerschaft.
Und noch zwei Einzelheiten die dieses Thema betreffen. Alle Männer, die nach der Musterung fähig dazu waren den Wehrdienst anzutreten hatten diesen noch zwei Jahre lang zu absolvieren, bevor sie die Erlaubnis zur Ausreise bewilligt bekamen. Hätten sie die Staatsbübgerschaft verloren, wie es Birgermeier behauptet, wären sie von der Wehrpflicht befreit gewesen. Und die zweite Einzelheit ist dass die Zahl 1.700.000 mit der man die Zahl der Opfer des zweiten Weltkriegs in Jugoslawien datiert auch die Volksdeutschen Opfer und deren ungeborene Nachfahren umfasst, was einer der schmutzigsten Schritte in dem Berg von Lügen in der Zeit von Titos Jugoslavien ist.
Am Ende scheint es als würden für Andreas Birgermeier nur die Deutschen aus Vojvodina existieren, weil er sich in seiner Rede zum Anlaß der Gründung eines deutschnationalen Rats nur auf Vojvodina beschränkt und dabei unbedacht die Deutschen in Belgrad die am linken Ufer der Save und Donau sowie südlich von der Save und Donau leben aus der deutschnationalen Gemeinde ausschließt. Eine gute Zahl von ihnen lebt noch heute in Belgrad, Semendria und Niš. Während des Einwohnerverzeichnis aus dem Jahr 1981 haben 760 von den ehem. vierzehntausend sich zur deutscher Nationalität bekannt, was zugleich auch die größte Zahl der Deutschen in egal welchem bewohnten Ort nach dem zweiten Weltkrieg darstellt. Und von den Deutschen des Belgrader Stadtbezirkes Selmin will ich gar nicht erst anfangen.
Wie auch immer, jeder der die Tätigkeit, Loyalität und Gewissenhaftigkeit der Angehörigen des deutschen Ethnos schätzt wird das Ende ihrer Auschließung, die über mehrere Jahrzehnte dauerte und keineswegs naiv war, begrüßen. Ich bin davon überzeug, dass die heutige Generation unserer Deutschen, bei denen die Ältesten von ihnen in der Zeit des zweiten Weltkrieges noch Kinder waren, sich offenen Herzens wünschen wird ihre hochgeschätzte Tradition als anerkannten und eigentümlichen Teil ihrer Population weiterzupflegen.
des
Das „Adam Berenc“ Zentrum als Schatzkammer des deutschen Kulturerbesin Serbien
lev
Boris Mašić

Nach der neuesten Entdeckung eines wahren Schatzes in der Kirche in Prigrevica, der vor kurzem in das „Adam Berenc“ Zentrum verlegt wurde, wird diese Institution ein wahres Museum, in dem man die Geschichte und das Kulturerbe der Deutschen auf diesen Gebieten erkunden kann.
Mit der Gründung des „Adam Berenc“ Vereins im Jahre 2001, war eine von den Grundaufgaben des Vereins, die Bewahrung des materiellen Erbes des deutschen Volkes aus Apatin und der Umgebung. Als die katholische Kirche in Apatin dem Verein das Haus von Adam Berenc, des großen Humanisten und Kämpfers gegen den Nationalsozialismus, zur Verfügung gestellt hat, hat man in dem verwüsteten Pfarrhaus sehr wertvolles Archivmaterial von Adam Berenc gefunden. Mit der Erneuerung des Gebäudes haben sich gute Voraussetzungen geschaffen, um Material zu sammeln und das Kulturerbe der Deutschen zu bewahren. Zuerst hat man das Gebäude mit Möbeln aus privaten Sammlungen der Deutschen aus Apatin ausgestattet, so dass es möglich war, nach dem Ausstatten des Raumes Material zu sammeln. Zuerst wurde die Bibliothek und das Archiv von Adam Berenc eingerichtet. Sie bestand aus seiner persönlichen Bibliothek, seinem Archiv und den persönlichen Sachen des Vikars Berenc. Heute gibt es in der Berenc Bibliothek einige hundert Bücher, die auch durch gespendete Bücher bereichert wurde. Aus der zerstörten Kirche wurden auch wertvolle Textilien genommen, sowohl Bücher und rituelle Gegenstände, die im Haus untergebracht wurden. Ins Haus wurden auch Fragmente von Steinskulpturen gebracht, die auf dem Friedhof zerstört wurden. Einige dieser Skulpturen stammen aus der ersten Hälfte des XVIII Jahrhunderts, der Zeit vor der Ansiedlung der Deutschen. Ebenso wurden Fragmente vom alten jüdischen Friedhof aus dem XVIII Jahrhundert gesammelt. Das Lapidarium wird ständig mit neuen Gegenständen ergänzt.
Der neueste Fund von Gegenständen aus der verwüsteten Kirche in Prigrevica haben diese Institution so bereichert, dass man sie ernsthaft in kulturelle Institutionen gliedert, die nicht mehr vernachlässigt werden können. Die Sammlungen im „Adam Berenc“ Zentrum wurden durch drei wertvolle Bibliotheken bereichert. Das ist die parochiale Bibliothek aus Prigrevica, die Bibliothek des Klosters und die Bibliothek der Schule in Prigrevica. Jetzt verfügt diese Institution über mehrere tausend Bücher, von denen welche aus der ersten Hälfte des XVIII Jahrhunderts stammen. Hier befinden sich außer wervoller kirchlicher Literatur auch Werke von Plato, Homer und Tacitus. Am wertvollsten ist auf jeden Fall das Archivmaterial, dass uns den Einblick in das Leben eines deutschen Dorfes und der Kirche im XVIII und XVX Jahrhundert gibt. Sehr wertvoll ist auch ein Teil des Inventars der barocken Kirche in Prigrevica und auch die außerordentliche Sammlung der kirchlichen Textilien aus dem XIX und XX Jahrhundert. Nach der Ordnung dieser Sammlung wird das ganze Material den Forschern zur Verfügung stehen.
Es gibt Pläne, dass in dem „Adam Berenc“ Zentrum auch andere Sammlungen untergebracht werden, die im kirchlichen und privaten Besitz sind, wenn dazu die entsprechenden Bedingungen geschaffen werden. Vom Nationalrat der Deutschen in Serbien wird der Verein einen Computer bekommen, dem man benötigt, um dieses wertvolle Material speichern zu können, so dass es allen Forschern, die daran Interesse haben, zugänglich ist. Man plant eine Ordnung der Bibliothek und ihre Veröffentlichung auf der Webseite der Volksbibliothek Serbiens, sodass diese Literatur allen Lesern zugänglich ist, die daran Interesse haben.
Der „Adam Berenc“ Verein wird mit der Eröffnung dieser Sammlungen ein Hüter der Vergangenheit des deutschen Volkes auf diesen Gebieten und er ruft alle Interessenten dazu auf, sich an uns zu wenden und dieses Material für ihre Forschungsarbeit zu nutzen.


des
Nemačke reči u srpskom jeziku
lev

Stjepan A. Seder


Još pre početka naseljavanja Panonske nizije pripadnicima germanskih plemena početkom XVIII veka, Nemacima kako ih danas nazivamo, na tim prostorima se već nalazio jedan broj pripadnika tih naroda. To su bili ratni veterani, avanturisti, ambiciozniji pojedinci, državni činovnici, zanatlije i td. Broj ovih ljudi se primetno povećao nakon zaključenja Požarecačkog mira 1718. godine, kada je Austrija dobila Beogra sa severnom Srbijom, Smederevo, Šabac, jugoistočni Banat i ceo jugoistočni Srem sa Mitrovicom. Tada na ovim prostorima ostaje znatan broj ratnih veterana. Povećanjem broja nemačkog stanovništva i militarizacijom novopripojenog područja, nemački jezik, pored toga što je bio službeni, postaje i osnovni jezik sporazumevanja.
Za bečki dvor je Vojna granica imala izuzetan značaj, pa je Dvor na nju počeo obraćati sve veću pažnju. To je dodatno povećalo broj ljudi na ovim prostorima, pa se nemački uticaj u govoru počeo širiti i preko života: u ishrani, higijeni, odevanju, načinima rada, ponašanju. Nemački jezik je više prodirao kroz svakodnevni život, nego kroz školu. Život je stvarao pretpostavku uspešnosti samo uz obavezno znanje nemačkog jezika.
Umesto narodnih ili turskih naziva i izraza, posebno za pojedina zanimanja i zanate javljaju se nemačke reči: prukmajstor (štampar), prieftroger (poštar), klozer (staklar), goldšmit (zlatar), maurmajstor (zidar), moler, palir (građevinski majstor), tandler (torbar – sitni trgovac), traksler (drvorezbar, finiji predmeti od drveta), tišler (stolar), troter (nosač), cimerman, šluser (bravar), štalmajstor (konjušar), šnajder, štriker, šuster, špengler (limar) i dr.
Pored toga što su iz nemačkog jezika uzeti nazivi za pojedine zanate, takođe su preuzeti i nazivi za materijale koji su se koristili u pojedinim zanatima. To se lepo može da vidi na primeru krojačkog (šnajderskog) zanata. U ovom zanatu upotrebljivali su se i ovi nazivi: pantlika (traka), bortna (šarena traka), knepf (dugme), parhet, rok (suknja), roln (rolna), sajdn (svila), flor, halspintel (traka oko vrata), huzn (pantalone), cajg, cvilih, šlavruk (domaća haljina), šlafhaubn (kapa za spavanje) i dr.
U gradovima poput Zemuna (Semlin), Petrovaradina (Petrowaradein), Sremskih Karlovaca (Karlowitz) nemački uticaj se može videti kod naziva za spremanje i služenje pojednih jela. U ovim mestima pripremaju se do tada nepoznata jela. Od „mutmela“ i „grisa“ spravljaju se „flekice“, „nudle“ ili peku „zemličke“, „perece“, „krampfn“ (krofne), i „poheraj“ (pohovano meso). Pored mesa pravile su se i upotrebljavale za ishranu i razne kobasice (safalade, salame) i razni „šnitlici“ (odresdi), dotle nepoznati u Sremu. Pri gotovljenju jela upotrebljavali su se razni „kvircovi“ (začini). Pri postavljanja i služenja novih jela upotrebljavali su se i novi instrumenti i posuđe: kandl (ibrik), kafekandl, supnšisl (činija za supu), tacn, federmeser (nož), cukerpiksl (kutija za šećer) i dr.
Sa uključivanjem u nove ekomomske i kulturne odnose razne stvari dobile su nemačke nazive: kostgeld (novac za hranu), tal (deo), tringeld (napojnica), špargeld (ušteđen novac), buhkatra (katar stomaka), pahofn (rerna), birchauz (krčma), pleh, vindofen (petao na dimnjaku), grunt (zemlja), geštel (postelje), feršlog (omot), mos (šira), pantofl (papuče), sesel (stolica), firange (zavesa), flinta (puška kremenjača), šrajbcajg (pribor za pisanje), štala (staja), štranka (uže), štifel (čizma), štuk (gips), štrof (kazna), fajn (fini), holbfajn (polufini), veksprief (menica), vortati (odugovlačiti), trucovati (inatiti), foršpan (podvoz, kola), handlovati (trgovati) i dr.
Iz nemačkog jezika se preuzimaju u srpski i razne reči latinskog porekla, ali i francuskog jezika. To su reči: dekret, depotat, diškrecija, ekspedicija, infentarija, inštalacija, klauzula, komision, koncept, kopija, korešpondencija, memorijal, nacion, numera, obligacija, patrija, porcion, protekcija, revrat, revers, rezidencija, rest, sentencija, vortifikacija i dr, odnosno francuske reči: butela, diližans, karnizon, kompliment, manir, notes, oficir, regimenta, čeze, šalukatra, švaler i dr.
Većina ovih reči danas više nije u upotrebi, zamenjene su srpskim rečima (tišler - stolar, šluser – bravar i sl). Međutim, za neke od ovih reči nije bilo moguće naći zamenu u srpskom jeziku, jer ih nije bilo, tako da su ostale u upotrebi i u današnje vreme (tacn – tacna, flekice, perece, krofne - i sl.).

des
Auf Wiedersehen für immer Egon
lev

Stjepan A. Seder


Egon Hellermann, Lehrer, Humanist und v.a. ein großer Mensch, verließ uns, seine Freunde, am Donnerstag den 27.XI 2008, diesmal für immer.
Er wurde 1915 in Ruma geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in seiner neuen Heimatstadt Salzburg. Seine alte Heimat hat er jedoch nie vergessen, die er nur noch aus Erinnerungrn, Erzählungen und Berichten Anderer aus der Nachkriegszeit kannte. Als er noch jünger war fürchtete er sich vor der neuen Macht. Als diese Furcht verschwand war er schon alt und ängstite sich vor ansträngenden Reisen. Deswegen blieb ihm nur die Erinnerung an seine Heimat.
Er war gerne mit Menschen aus seiner unvergessenen ehemaligen Heimat befreundet, aber nicht nur mit ihnen sondern auch mit allen anderen Menschen für die die serbische Sprache die grundliegende Sprache der Kommunikation war. Er wurde vor dem Krieg eingezogen, den er als deutscher Soldat fern von Bomben aber doch in der Nähe von Verletzten, vom Tod und Unglück jeder Art verbrachte. Den Krieg überstand er ohne ein größeres Trauma, was vor allem seiner überdurchschnittlichen Intelligenz zu verdanken ist. Trotzdem erinnerte er sich immer mit Wehmut an das größte menschliche Verbrechen. Doch der Krieg war weder sein Verdienst noch konnte er ihn in irgendeiner Weise verhindern. Wenn er es gekonnt hätte, hätte er das sicherlich getan.
Salzburg, seine neue Nachkriegsheimat, nahm ihn nicht gleich mit offenen Armen auf. Nirgendwo nimmt man Flüchtige mit offenen Armen auf, auch nicht in Salzburg. Mit der Zeit begriff die Umgebung was für einen neuen Mitbürger sie bekommen hat und azeptierte ihn als einen von ihnen. Hellermann verzieh seiner neuen Gemeinde den urspünglichen Mangel an Vertrauen und ihre vorerstige Zurückhaltung ihm gegenüber.
Er heiratete auch in Salzburg. Seine Frau nannte er ,,Die Perle aus dem See“. Er schätzte und liebte sie sehr und war überglücklich, dass sie ihn zu ihrem Lebensbegleiter erwählt hat. Die größte Gabe für die Familie waren die zwei Söhne und die Tochter. Die Kinder von Hellermann, die heute schon erwachsen sind können auf ihren Vater stolz sein. Egon Helleermann hat während seiner Lebenszeit kein großes Reichtum geschaffen. Er war ein ,,einfacher“ Mensch ,wie der größte Teil von uns. Aber bei Egon- wurde der Begriff “Mensch“ hochgeschätzt. Das war das kostbarste was er seinen Kindern hinterlassen hätte können, dass nicht jeder im Stande ist seinen Kidern zu hinterlassen. Man sollte auch nicht im geringsten daran Zweifeln dass seine Kinder genau wissen, was das bedeutet, und dass sie das Leben ihres Vaters verlängern indem sie nach seinem seinem Beispiel leben. Deswegen können wir, Egons Freunde, die er wehränd seiner Lebenszeit gewonnen hat ihm nur sagen. Sorge nicht Egon. Du lebtest ein ehrenvolles Leben, das du nach eigenen Vorstellungen gestaltet hast, und als Beispiel deinen Kindern und uns allen hinterlassen hast. Uns allen, die dich so sehr geschätzt und geliebt haben.

egon

des
DER ERFOLGREICHSTE BOXER IM RING AUS MITROWITZ
lev

Der Dipl.eng. Jovica Stević aus der Syrmischen Mitrowitz hat uns den Text von Nedeljko Terzić über Willi Hüber zugeschickt, der am 6.Juli 1983 in der SYRMISCHEN ZEITUNG erschienen ist.
Alte Boxliebhaber werden sich sicher noch an die aufregen Boxkämpfe
zwischen dem aus Mitrowitz stammenden Willi Hüber und
dem Slovenen Ivan Ruzman erinnern.

Nedeljko Terzić

Jedes Jahr kommt Willi Hüber aus seinem Wohnort Berlin in seine Geburtsstadt Syrmische Mitrowitz, um seine Freunde mit denen er zusammen aufgewachsen ist zu besuchen und um sein altes Geburtshaus zu sehen. Hüber wurde im Mai 1911 in der Boris Kidrič Straße Nr.103 ( heute König Peter I Sraße) geboren. Erst 1954 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an. Uvergessen bleibt der unzertrennliche Freundschaftskreis aus der Stadt an der Save dem Willi Hüber, Stefan Petrinović, Fedor Aranicki und Stefan Dokumanović angehörten.Einmal manchmal auch zweimal im Jahr kommt Hüber als Gast in das Haus der Dokumanovićs.
Die Zeitung ,,Politik“ hat in der Ausgabe vom 7.Oktober 1933 fast eine ganze Seite dem jungen Willi Hüber gewidmet unter der Überschrift ,,Wie der beste jugoslavische Boxer treniert“.Vor dem Aufeinandertreffen mit Mario Dobrac antwortet Hüber auf die Frage vom Journalisten Ljuba Vukadinović, ob er Lampenfieber habe:
,,Lampenfieber? Welcher Sportler hat kein Lampenfieber? ...Ich weiß, dass wenn ich im Ring stehe jeder Nerv angespant sein wird. Das dauert bis ich den ersten Schlag bekomme. Dann ist alles vorbei, dann boxe ich so kaltblütig wie ich im Training boxe.“
Neben Hüber und Dobrec trafen im Ring noch zwei paar Fäuste aufeinander. Die des aus Zagreb stammenden Stevan Jakšić und die des aus einem Ort in der Nähe von Cili stammenden Ivan Ruzman. Willi Hüber, der sich erfolgreich in den belgrader Ringen geschlagen hat, hatte damals nicht die geringste Ahnung gehabt, dass Ruzman ein fataler Gegner im Ring und ein wahrer Freund im Leben für ihn sein wird. Der beste Experte des jugoslavischen Boxsportes Radivoj Marković schrieb in der Zeitung ,,Tempo“ in der Ausgabe vom 3. März 1976 nach einer Analyse des Boxstils von Hüber und Ruzman folgendes: ,,Sie haben die Schönheit und Tugenden zum Ausdruck gebracht, auf die beste Weise haben sie beispielhaft gezeigt, dass das nicht nur ein legaler Kampf ist, der unter der Beobachtung der Regierung, der Öffentlichkeit und des Publikums stattfindet, sondern Ein Sport hochen Anspruchs, ein wahrer sportlicher Kampf von zwei jungen mutigen Männern.“ Hüber war jugoslavischer Champion von 1930 bis 1936. Er bestritt insgesammt 136 Kämpfe, von denen 40 Amateurkämpfe waren. Mit Ivan Ruzman dem heutigen guten Freund, bestritt er insgesammt vier große Kämpfe. Am 7. Dezember 1930 verlor Ruzman durch Diskvalifikation nach der 4. Runde. Am 15.Februar 1931 nach einem Kampf, der über zehn Runden ging, gewinnt wieder Hüber,diesmal durch Punktesieg. Am 13.Dezember 1931 gewinnt Ruzman nach der zehnten Runde durch Punktesieg und am 9.September 1934 gewinnt wieder Hüber nach der achten Runde durch Punktesieg.
In der Zeitung ,,Sport“ vom 19.Oktober 1977 verzeichnete Toma Haldi in seinem Artikel ,,Wenn alle Alten der Welt würden“ über das Treffen der Boxveteranen, auch das, was mir Aca Petrović, ein ehemaliger Fußballspieler Jugoslaviens sagte:
,,Das was Willi Hüber für viele Leute getan hat wird unvergesslich bleiben. Ich kam hierher, um ihn noch einmal zu sehen und ihm zu danken, dass er mir das Leben gerettet hat.“
Willi Hüber, heute ein wohlstehender und breitschultriger alter Mann, ging während der Kriegszeit nach Deutschland in ehrenhafter Mission. Er gründete dort sog. Arbeiterklubs der Jugoslaven und holte Menschen aus Gefangenenlagern heraus. Der pensionierte Pedagoge und Sportprofessor erfüllte so seine Pflicht gegenüber seiner Heimat.
,,Ich erinnere mich noch, dass ich in den Jahren 1942 und 1943, in Berlin wo sich zu diesem Zeitpunkt zehntausende aus Jugoslavien deportierte Arbeiter befanden, es geschafft habe jugoslovenische Klubs zu organisieren. Wir hatten um die zehn Kollektive von Fußballern, Athleten und anderen Sportlern die ab und zu an Wettkämpfen teilnahmen und Publikum für sich gewannen. Hüber half auch unserem bekannten Boxer Luka Popovic. Er holte ihn aus dem Gefangenenlager heraus und dieser wurde Fußballer auch wenn er es am Anfang mit dem Ball schwer hatte.
Willi Hüber ist sich selbst und seinem Sport treu geblieben. Sein Wunsch war, wie er einmal sagte :,,Ich wünsche mir, dass etwas in der Syrmischen Zeitung erscheint damit sich die Leute aus Syrmien immer an mich erinnern und ich an sie.“
Diesen Wunsch erfüllen wir ihm nun.

des
Haiku
lev

Mtias Molzer

1
Klingende Stunden
Veränderungen treten
ganz plötzlich weiter

2
Der gelbe Nebel
und riesige Flutwellen
bringen die zukunft

3
Bewegung ist die
Wärme, gegen die Schatten
der Vergangenheit

4
Ein glücklicher Tag
hinstürzend tauscht sich in das
relative Nichts

5
Die sanften Worte
in simmetrisher Ordnung
gehen sie von mir

6
In dem Augenblick
ist die Tauchfühlung
in Vergessenheit

7
Würde auch Nichts
einfach in den Wind heimlich
weiter verblühen

8
Die Flucht durch Schatten
wenn die Erpressung Zeit ist
für die Entfernung

9
Der zittrige Stern
wandert in unserem Kopf
Bald rot und bald schwarz


des


 

 

 

Fenster

Chef Redakteur:
Stjepan A. Seder

Redaktionsekretär
Mirko Sebić

Art Direktor:
Andi Olah

Redaktion:
Stefan Barth
Helmut Frisch
Dr Vladimir Gajger
Zdravko Huber
Bogdan Ibrajter
Vesela Laloš
Robert Lahr
Dr Zoran Žiletić

 

 

  Über uns Fenster Spenden Auflagen Kontakten